Zunahme der Herzinsuffizienz durch demografische Alterung

Zunahme der Herzinsuffizienz durch demografische Alterung


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26.02.2019 12:24

Zunahme der Herzinsuffizienz durch demografische Alterung

(Berlin, 22. Januar 2019) Versorgungsatlas untersucht zeitliche Entwicklung der Erkrankungshäufigkeit und regionale Unterschiede. Im Jahr 2017 wurden bundesweit etwa 2,5 Mio. gesetzlich krankenversicherte Patienten wegen einer Herzinsuffizienz ambulant medizinisch betreut. Seit 2009 nahm der Anteil der Betroffenen unter allen gesetzlich Versicherten von 2,9 % auf 3,4 % zu. Dies entspricht einem Anstieg von rund 400.000 Fällen.

Dieser deutliche Zuwachs kann primär auf die sogenannte demografische Alterung, also das steigende Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung zurückgeführt werden. Das folgern die Wissenschaftler des Versorgungsatlas, die in einer aktuell veröffentlichten Studie die Abrechnungsdaten aus der vertragsärztlichen Versorgung ausgewertet haben. So nahm die Zahl der Menschen im Alter von mindestens 75 Jahren zwischen 2009 und 2017 um 24 Prozent zu, die Anzahl im Alter von mindestens 90 Jahren stieg sogar um 60 Prozent. Nach Berechnungen des Versorgungsatlas-Teams waren mehr als die Hälfte der hinzugekommenen Fälle auf die wachsende Zahl älterer Menschen zurückzuführen. Herzinsuffizienz betrifft vorwiegend ältere Menschen: 2017 waren etwa drei Viertel der Patienten mit Herzinsuffizienz 70 Jahre und älter.
Auffallend ist auch die unterschiedliche regionale Verteilung der Erkrankungshäufigkeit. Im Jahr 2017 wurden besonders viele Fälle in Sachsen-Anhalt und Thüringen gefunden. In den Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein und Hessen trat die Herzinsuffizienz hingegen mit deutlich geringerer Häufigkeit auf. Insgesamt war der Anteil Erkrankter in den neuen Bundesländern mit durchschnittlich 4,5 % um 40 % höher als in den alten Bundesländern mit 3,2 %. Ein Teil dieses Unterschieds ist auf den höheren Bevölkerungsanteil älterer Menschen in Ostdeutschland zurückzuführen. Werden die Unterschiede in der Altersstruktur der Bundesländer herausgerechnet, liegt die regionale Variation durchschnittlich um etwa 30 % niedriger.

Weitere Informationen
Die Auswertung des Versorgungsatlas zur Herzinsuffizienz finden Sie im Internet unter:
URL: https://www.versorgungsatlas.de/themen/alle-analysen-nach-datum-sortiert/?tab=6&…

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Hier geht es weiter …

Holstiege J, Akmatov MK, Steffen A, Bätzing J. Prävalenz der Herzinsuffizienz – bundesweite Trends, regionale Variationen und häufige Komorbiditäten. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 18/09. Berlin 2018. DOI: 10.20364/VA-18.09.

Ihr Ansprechpartner:
Dr. Jörg Bätzing, Leiter Regionalisierte Versorgungsanalysen und Versorgungsatlas
E-Mail: jbaetzing@zi.de, Tel: 030 4005 2419

Versorgungsatlas
Der Versorgungsatlas ist ein Angebot des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi). Der Versorgungsatlas stellt Informationen aus der medizinischen Versorgungsforschung bereit. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung und kartografischen Darstellung regionaler Unterschiede. Durch die Veröffentlichungen sollen Verbesserungen der Gesundheitsversorgung in den Regionen angeregt und gefördert werden.

Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland
Salzufer 8, 10587 Berlin, Tel. 030 4005 2450, Fax 030 4005 2490, kontaktversorgungsatlas@zi.de


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Korrespondierender Autor: Dr. Jakob Holstiege
Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi)
Salzufer 8 – 10587 Berlin – Tel. (030) 4005 2467 – E-Mail: jholstiege@zi.de


Originalpublikation:

Holstiege J, Akmatov MK, Steffen A, Bätzing J. Prävalenz der Herzinsuffizienz – bundesweite Trends, regionale Variationen und häufige Komorbiditäten. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 18/09. Berlin 2018. DOI: 10.20364/VA-18.09.


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch


Quelle: IDW