

Fraunhofer auf der IFAT Munich 2026: Technologien für nachhaltige Wasser- und Rohstoffwirtschaft
Auf der IFAT Munich 2026 präsentiert die Fraunhofer-Gesellschaft in Halle B2, Stand 115, innovative Ansätze zur Förderung einer nachhaltigen Wasser- und Rohstoffwirtschaft. Unter dem Motto „Water, Energy, Circularity – Green Technology for a Resilient Future“ demonstrieren acht Fraunhofer-Institute Verfahren, die Abwasser in wertvolle Ressourcen verwandeln, Elektroschrott in wichtige Rohstoffe rückführen und lineare Prozesse in geschlossene Kreisläufe überführen.
Herausforderungen und Lösungsansätze
Die Belastung von Gewässern durch Spurenstoffe, der Verlust wertvoller Metalle in Abfallströmen sowie der zunehmende Druck auf Wasserressourcen stellen bedeutende Herausforderungen dar. Die Fraunhofer-Allianz SysWasser zeigt Technologien entlang des gesamten Wasserkreislaufs – von der Analyse bis zur Behandlung und Wiederverwendung von Wasser.
Ausgewählte Technologien und Projekte
- Vierte Reinigungsstufe zur Entfernung von Spurenstoffen: Das Fraunhofer-Institut UMSICHT stellt ein Verfahren vor, das durch die Kombination von Adsorption, Desorption und Konzentration Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände und Reinigungsmittel effizient aus Gewässern entfernt. Die regenerierbaren Adsorberharze reduzieren Energieverbrauch und CO₂-Emissionen. Die EU plant die verpflichtende Einführung dieser Reinigungsstufe bis 2045, was in Deutschland etwa 9.000 Kläranlagen betrifft.
- Wertschöpfung aus organischen Reststoffen: Das Fraunhofer IKTS koordiniert das abonocare-Cluster, ein interdisziplinäres Netzwerk zur industriellen Nutzung organischer Reststoffe aus Landwirtschaft, Bioökonomie und Industrie. Ziel ist die Entwicklung skalierbarer Wertschöpfungsketten, die durch Technologietransfer und Weiterbildung die Ressourceneffizienz fördern.
- Biomining zur Rohstoffrückgewinnung: Das Fraunhofer IGB präsentiert biologische Verfahren zur Gewinnung von Metallen wie Kupfer, Zink und Seltenen Erden aus Elektroschrott. Dabei kommen vier Methoden zum Einsatz: Bioleaching, Biosorption, Bioakkumulation und Biofällung. Diese umweltfreundlichen Prozesse benötigen keine toxischen Chemikalien und bieten eine kostengünstige Alternative zur Rohstoffgewinnung, stärken die Versorgungssicherheit und fördern die Kreislaufwirtschaft.
- Recycling von Windkraft-Rotorblättern: Im EU-Projekt RECREATE arbeitet das Fraunhofer IWU an Technologien zur Wiederverwendung von Faserverbundwerkstoffen aus Windkraftanlagen. Fokus liegt auf demontagefreundlichen Konstruktionen, lösbaren Klebverbindungen sowie zerstörungsfreien Prüf- und Recyclingverfahren. Ziel ist die Entwicklung kreislauffähiger Materialien und Anwendungen, um Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Auf der IFAT wird ein Ausschnitt eines echten Rotorblattes präsentiert.
Perspektiven für eine zirkuläre Wirtschaft
Die vorgestellten Technologien bieten Lösungen, die Nachhaltigkeit mit ökonomischer Effizienz verbinden. Sie ermöglichen eine Kreislaufwirtschaft, in der Abwasser und Abfälle als Rohstoffquellen genutzt werden, und tragen zur Bewältigung globaler Herausforderungen wie Wasserknappheit und Ressourcenverknappung bei.
Die Fraunhofer-Allianz SysWasser
Die Fraunhofer-Allianz SysWasser bündelt das Know-how führender Fraunhofer-Institute und verfügt über umfassende Erfahrung in der Entwicklung praxisnaher und wirtschaftlich tragfähiger Lösungen für den gesamten Wasserkreislauf. Sie unterstützt die Umsetzung innovativer Technologien in der Wasserwirtschaft.




