Große internationale Studie zeigt gemeinsame genetische Grundlagen psychischer Erkrankungen



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16.01.2026 08:48

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Plötzlich gesund

Fortschreitende Naturerkenntnis, ganz allgemein gesprochen, ‚Wissenschaft‘, ist der stärkste Feind des medizinischen Wunders. Was unseren Vorfahren als Wunder erschien, was einfache Naturvölker heute noch in heftige Erregung versetzt, das berührt den zivilisierten Menschen längst nicht mehr.
Doch es gibt einen Gegensatz, der jedem Denkenden sofort auffällt: der unerhörte, durchaus nicht abgeschlossene Aufstieg der wissenschaftlichen Heilkunde und die ebenso unerhörte Zunahme der Laienbehandlung und der Kurpfuscherei. Man schätzt die Zahl der Menschen, die der Schulmedizin kein Vertrauen schenken, auf immerhin 50 Prozent.
Wie kann es sein, daß Laienbehandler und Kurpfuscher immer wieder spektakuläre Erfolge aufweisen, von denen die Sensationspresse berichtet?
Der Autor geht dieser Frage nach und kommt zu interessanten Erkenntnissen, aus denen er Vorschläge für eine bessere Krankenbehandlung durch seine ärztlichen Standesgenossen ableitet.

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Große internationale Studie zeigt gemeinsame genetische Grundlagen psychischer Erkrankungen

Psychische Erkrankungen treten häufig gemeinsam auf – etwa Depressionen zusammen mit Angststörungen oder Schizophrenie mit bipolarer Störung. Eine kürzlich in „Nature“ veröffentlichte Studie, an der auch Prof. Dr. Anke Hinney, Wissenschaftlerin an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, beteiligt war, liefert nun Hinweise auf wichtige überlappende genetische Faktoren.

Das internationale Forschungsteam hat genetische Daten von über einer Million Menschen mit 14 verschiedenen psychischen Erkrankungen analysiert. Dabei zeigte sich, dass viele dieser Erkrankungen genetisch enger miteinander verwandt sind als bisher angenommen. „Statt jeweils eigene genetische Ursachen zu haben, teilen sich viele psychische Erkrankungen einige wenige gemeinsame genetische Grundlagen“, erklärt Prof. Dr. Anke Hinney, Leiterin der Sektion für Molekulargenetik Psychischer Störungen an der LVR-Universitätsklinik Essen. „Vielleicht liefern solche genetischen Analysen langfristig auch Erklärungen für die Geschlechterunterschiede, die bei psychischen Erkrankungen häufig beobachtet werden“, so Hinney weiter.

Besonders deutlich waren die Überschneidungen zwischen Schizophrenie und bipolarer Störung sowie zwischen Depression, Angststörungen und posttraumatischer Belastungsstörungen. Hier fanden die Forschenden kaum krankheitsspezifische genetische Unterschiede, sondern viele gemeinsame biologische Grundlagen. Die Studie zeigt zudem, dass unterschiedliche Gruppen psychischer Erkrankungen auch jeweils mit verschiedenen Zelltypen im Gehirn in Zusammenhang stehen.

Die Autor:innen hoffen, dass ihre Ergebnisse langfristig dazu beitragen werden, psychische Erkrankungen biologisch besser einzuordnen. Das könnte auch die Entwicklung von Therapien unterstützen, die gezielt mehrere häufig gemeinsam auftretende Erkrankungen gleichzeitig behandeln.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Anke Hinney


Originalpublikation:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41372416/


Weitere Informationen:

https://www.uni-due.de/med/meldung.php?id=1871


Bilder


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch


 

Quelle: IDW