Mischanbau von Leguminosen und Ölfrüchten verbessert Flächeneffizienz und Nachhaltigkeit

Mischanbau von Leguminosen und Ölfrüchten verbessert Flächeneffizienz und Nachhaltigkeit
Mischanbau von Leguminosen und Ölfrüchten verbessert Flächeneffizienz und Nachhaltigkeit

Mischanbau von Leguminosen und Ölfrüchten: Effizienzsteigerung auf landwirtschaftlicher Fläche

Das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing führte über einen Zeitraum von drei Jahren ein Forschungsprojekt durch, bei dem Leguminosen und Ölfrüchte gemeinsam angebaut und hinsichtlich verschiedener agronomischer Parameter untersucht wurden. Ziel war es, die Flächeneffizienz zu erhöhen und den Einsatz von Düngemitteln zu reduzieren. Trotz positiver Resultate erweisen sich Anbau, Ernte und Vermarktung als komplexe Herausforderungen.

Untersuchungsansatz und Versuchsanordnung

Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Kombinationen von Leguminosen – darunter Erbse, Ackerbohne und Soja – mit Ölfrüchten wie Leindotter, Saflor und Körnerhanf auf derselben Forschungsparzelle kultiviert. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Susanne Scholcz bewertete diese Gemenge hinsichtlich Ertrag, Kornqualität, Flächeneffizienz, Pflanzengesundheit sowie der Anforderungen bei der Ernte.

Ergebnisse und Bewertung der Gemenge

  • Die Kombination aus Erbse und Leindotter zeigte unter unterschiedlichen Witterungsbedingungen die höchste Flächeneffizienz, unabhängig von der Reihenfolge der Aussaat oder der Erbsensorte. Diese Partnerschaft ist bereits in der Praxis etabliert.
  • Gemenge aus Ackerbohne mit Saflor oder Leindotter erzielten in der Regel höhere Gesamterträge als die jeweiligen Reinsaaten und konnten Ertragsverluste bei ungünstigen Wetterlagen abmildern. Allerdings stellte die Ernte und Korntrennung in diesen Mischungen eine größere Herausforderung für die Vermarktung dar.
  • Körnerhanf erwies sich aufgrund seines hohen Stickstoffbedarfs und der heterogenen Reifezeit als ungeeigneter Partner im Gemenge.
  • Der Mischanbau mit Sojabohne führte aufgrund starker Konkurrenz zwischen den Arten zu geringeren Erträgen und ist daher eher für den Reinanbau geeignet.

Ökologische Aspekte

Die ökologische Analyse ergab, dass der Anbau im Gemenge im Vergleich zur Reinsaat meist mit niedrigeren Treibhausgasemissionen verbunden ist. Zudem verringert sich das Risiko von Nährstoffeinträgen in Gewässer, da der Stickstoff effizienter durch die Biomasse aufgenommen wird. Das Ertragsniveau spielt hierbei eine entscheidende Rolle für die Umweltwirkung.

Fazit

Der Mischanbau von ausgewählten Leguminosen und Ölfrüchten bietet Potenziale für eine nachhaltigere und risikoärmere landwirtschaftliche Produktion. Gleichzeitig erfordert er jedoch eine Anpassung der Anbauverfahren sowie der Vermarktungsstrategien. Ein erfolgreicher Anbau ist nur mit gut aufeinander abgestimmten Kulturarten möglich.


Quellen und weiterführende Informationen

Originalpublikation

Weitere Informationen zum Projekt auf der TFZ-Webseite