

Ergebnisse der Ultrafeinstaubmessungen im Rahmen der SOURCE FFR-Studie veröffentlicht
Im Gebiet rund um den Frankfurter Flughafen wurden an 14 Messpunkten ultrafeine Partikel (UFP) erfasst. Die Messungen zeigen, dass der Flughafen insbesondere bei sehr kleinen Partikeln im Größenbereich von 10 bis 20 Nanometern eine bedeutende Quelle darstellt. Für größere Partikel, Rußmassen und weitere Luftschadstoffe ist der Flughafen im Vergleich zur städtischen Umgebung keine dominierende Emissionsquelle. Der Abschlussbericht der Studie ist für Ende 2026 geplant.
Studienaufbau und Ziele
Das Forum Flughafen und Region (FFR) initiierte die Ultrafeinstaubstudie SOURCE FFR, die sich in zwei Teilprojekte gliedert:
- Erfassung der UFP-Belastung in der Region (SOURCE FFR – measurements & modelling)
- Untersuchung der gesundheitlichen Auswirkungen (SOURCE FFR – exposure & health)
Ultrafeine Partikel sind definiert als Partikel mit einem Durchmesser unter 0,1 Mikrometer (100 Nanometer). Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat etwa 70 Mikrometer Durchmesser.
Der Mess- und Modellierungsteil begann im April 2023 unter Leitung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig. Im April 2026 wurde der Bericht zum zweiten Arbeitspaket veröffentlicht, der die Immissionsmessungen der ultrafeinen Partikel in der Region zusammenfasst. Bereits im März 2025 erschien der Bericht zum ersten Arbeitspaket mit Emissionsfaktoren der relevanten UFP-Quellen.
Flughafen als Hauptquelle für kleinste ultrafeine Partikel
Die aktuellen Ergebnisse bestätigen frühere Erkenntnisse des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Das Flughafengelände stellt entlang der vorherrschenden Windrichtung die bedeutendste Quelle für ultrafeine Partikel im Größenbereich von 10 bis 20 Nanometern dar. Dort liegen die Partikelanzahlkonzentrationen bis zu 30-fach höher als im städtischen Hintergrund.
Die Emissionen verteilen sich mit der Windrichtung, nehmen jedoch mit zunehmender Entfernung ab. Außerhalb der Hauptwindrichtungen ist der Einfluss des Flughafens deutlich geringer. Für Partikelgrößen über 200 Nanometer ist kein signifikanter Einfluss des Flughafens erkennbar; hier dominiert der regionale Hintergrund.
Die Messungen konnten den Einfluss des Flughafens anhand der Partikelgrößenverteilung und der chemischen Analyse von Turbinenschmierölen bis zu 15 Kilometer Entfernung nachweisen. In dieser Entfernung beträgt der Beitrag des Flughafens im Jahresmittel etwa 10 Prozent. Weitere 90 Prozent der ultrafeinen Partikel stammen aus anderen Quellen, die im Rahmen der Modellierung näher untersucht werden.
Untersuchung weiterer Luftschadstoffe
Neben ultrafeinen Partikeln wurden auch Sulfat, Nitrat, Ruß und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gemessen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Flughafen hier nur als lokale Quelle wirkt und sich seine Emissionen nicht deutlich von städtischen Quellen unterscheiden lassen. Dies gilt insbesondere für PAK, die als krebserregend eingestuft werden.
Methodik und Messverfahren
Die UFP-Belastung wurde vorwiegend im Jahr 2024 erfasst, wobei neben den Daten des HLNUG weitere Messpunkte und Parameter durch das Forschungskonsortium ergänzt wurden. Insgesamt erfolgten Messungen an 14 Standorten.
Die stationären Messungen wurden durch innovative Methoden wie Drohnenmessungen zur vertikalen Partikelverteilung und mobile Messungen zur räumlichen Ausbreitung ergänzt. Chemische Analysen der Partikel, insbesondere auf Triebwerksschmierölbestandteile und Partikelmorphologie, vervollständigten die Auswertungen.
Die Studie erweiterte die regulären Messungen des HLNUG deutlich, um eine differenzierte Erfassung der Partikelanzahlkonzentration, insbesondere der nicht-flüchtigen Partikel, zu ermöglichen. Erstmals wurden UFP-Proben gleichzeitig an mehreren Standorten für chemische Analysen gesammelt, um spezifische organische Marker für Flugverkehr und Verbrennungsprozesse zu identifizieren.
Ausblick und weitere Schritte
Mit der Veröffentlichung des Ergebnisberichts zum zweiten Arbeitspaket wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Für den weiteren Verlauf der Studie ist die Integration der Messdaten in ein Ausbreitungsmodell geplant, das die UFP-Belastung im gesamten Untersuchungsgebiet abbildet.
Das Teilprojekt SOURCE FFR – measurements & modelling läuft planmäßig bis Ende 2026. Die Ergebnisse des dritten Arbeitspakets, das die Modellierung der UFP-Belastung für die Jahre 2019 und 2024 umfasst, stehen noch aus. Die aktuellen Messdaten dienen der Validierung dieser Modelle. Der Abschlussbericht wird im Rahmen einer Veranstaltung des Umweltbundesamtes veröffentlicht; ein Termin steht noch nicht fest.
Kontakt und weiterführende Informationen
- Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS), Leipzig
Dr. Markus Hermann, Studienleiter SOURCE FFR – measurements & modelling
Tel.: +49 341 2717-7071
Markus Hermann – TROPOS - Forum Flughafen & Region (FFR)
Miriam Bach, Geschäftsstelle
Tel.: +49 6107 9886821
E-Mail: miriam.bach@umwelthaus.org
forum-flughafen-region.de - Öffentlichkeitsarbeit TROPOS
Tilo Arnhold
Tel.: +49 341 2717-7189
Pressemitteilungen TROPOS
Weiterführende Links
- SOURCE FFR – Ergebnisse der Ultrafeinstaubmessungen
- Pressemitteilung zum AP2-Bericht (PDF)
- Ergebnisbericht AP2 – UFP-Immissionsmessungen (PDF)
- Stellungnahme WQS zum AP2-Ergebnisbericht (PDF)
- Pressemitteilung TROPOS
Über das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS)
Das TROPOS ist Teil der Leibniz-Gemeinschaft, die 96 unabhängige Forschungseinrichtungen umfasst. Diese Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen in den Natur-, Ingenieur-, Umwelt-, Wirtschafts-, Raum-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Die Finanzierung erfolgt gemeinsam durch Bund und Länder.
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