Wie häufig ist Mobbing in der Arbeitswelt?



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03.03.2025 11:01

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Plötzlich gesund

Fortschreitende Naturerkenntnis, ganz allgemein gesprochen, ‘Wissenschaft’, ist der stärkste Feind des medizinischen Wunders. Was unseren Vorfahren als Wunder erschien, was einfache Naturvölker heute noch in heftige Erregung versetzt, das berührt den zivilisierten Menschen längst nicht mehr.
Doch es gibt einen Gegensatz, der jedem Denkenden sofort auffällt: der unerhörte, durchaus nicht abgeschlossene Aufstieg der wissenschaftlichen Heilkunde und die ebenso unerhörte Zunahme der Laienbehandlung und der Kurpfuscherei. Man schätzt die Zahl der Menschen, die der Schulmedizin kein Vertrauen schenken, auf immerhin 50 Prozent.
Wie kann es sein, daß Laienbehandler und Kurpfuscher immer wieder spektakuläre Erfolge aufweisen, von denen die Sensationspresse berichtet?
Der Autor geht dieser Frage nach und kommt zu interessanten Erkenntnissen, aus denen er Vorschläge für eine bessere Krankenbehandlung durch seine ärztlichen Standesgenossen ableitet.

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Wie häufig ist Mobbing in der Arbeitswelt?

Eine Studie der Universität Leipzig im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales liefert aktuelle Erkenntnisse über Mobbing am Arbeitsplatz. Die Forschungsergebnisse sind Grundlage des aktuellen Mobbingreports und zeigen, dass 6,5 Prozent der abhängig Beschäftigten in Deutschland von Mobbing durch Kolleg:innen und/oder Vorgesetzte betroffen sind.

Besonders auffällig an den Ergebnissen ist der Alterseffekt: Jüngere Menschen und Auszubildende sind häufiger von Mobbing betroffen als ältere Beschäftigte. So sind 11,4 Prozent der Beschäftigten im Alter von 18 bis 29 Jahren Mobbing am Arbeitsplatz ausgesetzt, aber nur 3,2 Prozent der Beschäftigten im Alter von 50 bis 59 Jahren. Grundlage war eine repräsentative Befragung von 5.015 Erwerbstätigen in Deutschland, die am Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health der Universität Leipzig durchgeführt wurde.

Ebenso zeigt sich, dass 8,1 Prozent der Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status im Vergleich zu 3,6 Prozent der Menschen mit einem hohen sozioökonomischen Status betroffen sind. Zudem haben laut der Studie 20 Prozent der Menschen, die im Beruf unter Mobbing leiden, einen Migrationshintergrund. Bei Personen, die nicht von Mobbing betroffen sind, haben 13,5 Prozent einen Migrationshintergrund.

Handlungsbedarf in den Betrieben

Die Studie verdeutlicht auch die erheblichen gesundheitlichen und arbeitsbezogenen Folgen des Mobbings: Betroffene zeigen eine deutlich geringere Arbeitszufriedenheit und eine schlechtere Selbstbewertung ihres Gesundheitszustands. Die Forschenden empfehlen, dass Präventionsmaßnahmen auf mehreren Ebenen ansetzen sollten. „Es gibt Handlungsbedarf, denn im Arbeitskontext stellt Mobbing eine relevante Belastung dar“, konstatiert Prof. Dr. Steffi Riedel-Heller, Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health. „Neben einer verstärkten Sensibilisierung der Beschäftigten sind gezielte Schulungen von Führungskräften und weitere Maßnahmen in den Betrieben erforderlich. Dazu zählen unter anderem anonyme Anlaufstellen und klare Verhaltensrichtlinien, die aktiv vorgelebt werden“, sagt Privatdozentin Dr. Margit Löbner, Leiterin der Studie.

Ergänzend zu der Befragung wurden Interviews mit Betroffenen, Expert:innen und Führungskräften durchgeführt. Die Auswertung verdeutlicht die langwierigen psychischen, sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen von Mobbing. Neben den Belastungen für die direkt Betroffenen können sich auch negative Konsequenzen für unbeteiligte Kolleg:innen, betriebliche Abläufe sowie das private Umfeld ergeben.

Forschungsbericht erschienen

Ausführliche Informationen zur Studie finden sich in dem dazugehörigen Forschungsbericht, der jetzt unter dem Titel „Repräsentative Studie zum Thema Mobbing in der Arbeitswelt in der Bundesrepublik Deutschland“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlicht wurde.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

PD Dr. Margrit Löbner
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health
Medizinische Fakultät, Universität Leipzig
Telefon: +49 341 97-24591
E-Mail: Margrit.Loebner@medizin.uni-leipzig.de


Originalpublikation:

https://www.publikationen-bundesregierung.de/pp-de/publikationssuche/studie-mobb…


Bilder

In der Studie wurde deutlich, dass jüngere Menschen stärker von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen sind.

In der Studie wurde deutlich, dass jüngere Menschen stärker von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen si

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PD Dr. Margrit Löbner

PD Dr. Margrit Löbner

privat


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Gesellschaft, Medizin
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
Deutsch


 

Quelle: IDW