Auswirkungen von Trockenheit auf Schädlingsbefall bei Zuckerrüben

Auswirkungen von Trockenheit auf Schädlingsbefall bei Zuckerrüben

Einfluss von Trockenheit auf den Schädlingsbefall bei Zuckerrüben

Trockenperioden stellen die Landwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen, da sie nicht nur das Wachstum von Kulturpflanzen beeinträchtigen, sondern auch deren Interaktionen mit Schädlingen verändern. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat untersucht, wie unterschiedliche Trockenheitsgrade die Anfälligkeit von Zuckerrüben gegenüber der Rübenfliege (Pegomya cunicularia) beeinflussen. Die Studie, veröffentlicht im Journal of Experimental Botany, zeigt, dass moderate Trockenheit die Entwicklung der Larven begünstigt, während starke Trockenheit sowohl die Pflanzen als auch die Schädlinge negativ beeinflusst.

Versuchsaufbau und Ergebnisse

Im Rahmen der Untersuchung wurden Zuckerrüben verschiedenen Trockenheitsstufen ausgesetzt: mäßige und starke Trockenheit. Parallel dazu erfolgte eine Infektion mit der Rübenfliege, deren Larven in den Blättern heranwachsen. Die Forschenden analysierten anschließend verschiedene Vitalparameter der Pflanzen, die Entwicklung der Insekten sowie deren Eiablageverhalten.

  • Trockenheit führte insgesamt zu einer Verringerung des Pflanzenwachstums, der Blattfläche und der Photosyntheseleistung.
  • Bei mäßiger Trockenheit stieg die Konzentration bestimmter Nährstoffe in den Blättern an, was das Larvenwachstum förderte und zu verstärkten Fraßschäden führte.
  • Starke Trockenheit reduzierte den Wassergehalt und die physiologische Leistungsfähigkeit der Pflanzen deutlich, wodurch die Entwicklung der Larven eingeschränkt wurde.

Veränderungen in der chemischen Kommunikation

Die Studie zeigte zudem, dass sich unter Wassermangel die Zusammensetzung und Menge der von den Pflanzen freigesetzten flüchtigen Duftstoffe veränderten. Diese Duftstoffe dienen der Rübenfliege als Orientierungshilfe bei der Auswahl geeigneter Nahrungspflanzen für ihre Larven. Unter starkem Stress legten die Weibchen zudem weniger Eier auf den Pflanzen ab.

Dr. Shahinoor Rahman vom Department für Nutzpflanzenwissenschaften der Universität Göttingen, der die Studie im Rahmen seiner Doktorarbeit leitete, erläutert: „Die Veränderungen in der chemischen Kommunikation und das reduzierte Eiablageverhalten der Rübenfliege unter Trockenstress geben wichtige Hinweise darauf, wie klimatische Veränderungen die Wechselwirkungen zwischen Kulturpflanzen und Schädlingen beeinflussen.“

Schlussfolgerungen und Bedeutung

Die Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse über die Auswirkungen klimabedingter Trockenperioden auf Pflanze-Schädling-Beziehungen. Sie bieten Ansatzpunkte für die Entwicklung widerstandsfähigerer Anbausysteme, die den Herausforderungen durch veränderte Umweltbedingungen besser begegnen können.


Kontaktinformationen der Wissenschaftler

Dr. Shahinoor Rahman
Georg-August-Universität Göttingen
Department für Nutzpflanzenwissenschaften, Abteilung Agrarentomologie
Grisebachstraße 6, 37077 Göttingen
E-Mail: srahman@uni-goettingen.de
Web: http://www.uni-goettingen.de/de/631071.html

Prof. Dr. Michael Rostás
Georg-August-Universität Göttingen
Department für Nutzpflanzenwissenschaften, Abteilung Agrarentomologie
Grisebachstraße 6, 37077 Göttingen
E-Mail: michael.rostas@uni-goettingen.de


Originalpublikation

Rahman et al. (2026). Metabolic trade-offs in sugar beet under drought and beet leaf miner infestation: implications for herbivore success. Journal of Experimental Botany. DOI: https://doi.org/10.1093/jxb/erag196


Weiterführende Informationen

Pressemitteilung der Universität Göttingen mit Bildmaterial


Bildmaterial

Rübenfliege als Schädling der Zuckerrübe
Die Rübenfliege ist ein häufiger Schädling der Zuckerrübe.
Quelle: Shahinoor Rahman