Handlungsempfehlungen zur Lagerung und Nutzung von borkenkäfergeschädigtem Fichtenholz

Verfügbarkeit von Borkenkäferbefallenem Holz als Rohstoff

Das Forschungsprojekt „NUKAFI“ hat untersucht, wie geschädigtes Fichtenholz, das durch Borkenkäferbefall entstanden ist, optimal gelagert und verwertet werden kann. Die Ergebnisse zeigen, dass fachgerecht behandeltes Schadholz über längere Zeiträume als Rohstoff nutzbar bleibt. Insbesondere können abgestorbene, aber noch stehende Bäume bis zu zwei Jahre im Wald verbleiben, bevor sich die Holzqualität deutlich verschlechtert. Diese Erkenntnisse wurden in Form von Handlungsempfehlungen veröffentlicht, um Forst- und Holzwirtschaft bei der Bewältigung großer Mengen an Schadholz zu unterstützen.

Untersuchung der Lagerungsmethoden und Holzqualität

Im Rahmen des Verbundprojekts analysierten die beteiligten Wissenschaftler verschiedene Lagerungsarten und deren Einfluss auf die Holzqualität. Dabei wurden zwei Hauptmethoden betrachtet:

  • Stehendlagerung: Abgestorbene Bäume verbleiben zunächst im Wald und werden nicht sofort geerntet.
  • Trockenlagerung: Schadholz wird nach der Ernte an einem trockenen Standort gelagert, wobei unterschiedliche Lagerdauern berücksichtigt wurden.

Die Forscher untersuchten unter anderem Feuchteverteilung, Rissbildung, Verformungen, innere Spannungen sowie weitere physikalische und mechanische Eigenschaften des Holzes. Die gewonnenen Daten wurden statistisch ausgewertet und in einem Leitfaden sowie einem Merkblatt mit praxisorientierten Empfehlungen zusammengefasst.

Praktische Bedeutung der Lagerung

Prof. Dr. Holger Militz, Leiter der Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte an der Universität Göttingen, betont, dass die Lagerung von Schadholz einen entscheidenden Einfluss auf dessen Qualität und Verarbeitbarkeit hat. Die Möglichkeit, abgestorbene Bäume je nach Witterungsbedingungen bis zu zwei Jahre im Wald zu belassen, bietet Waldbesitzern eine Entlastung im Umgang mit der großen Menge an geschädigtem Holz. Jan-Frederik Trautwein, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektbearbeiter, unterstreicht die Bedeutung dieser Lagerung für die Forstwirtschaft.


Kontaktinformationen der wissenschaftlichen Ansprechpartner

Prof. Dr. Holger Militz
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte
Büsgenweg 4, 37077 Göttingen
Telefon: (0551) 39-23541
E-Mail: holger.militz@uni-goettingen.de
Internet: www.holz.uni-goettingen.de


Weiterführende Publikationen und Informationen

Der Praxisleitfaden sowie das Merkblatt sind über die Webseite von DeSH abrufbar: https://zukunft-holz.de/pressemitteilungen/2026/empfehlungen-fuer-lagerung-und-verwertung-von-kalamitaetsholz-veroeffentlicht/

Zusätzliche Informationen und Bildmaterial sind auf der Webseite der Universität Göttingen verfügbar: https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=8167


Bilder

Handlungsempfehlungen zur Lagerung und Nutzung von borkenkäfergeschädigtem Fichtenholz
Von Borkenkäfern befallenes Fichtenholz im Trockenlager
Quelle: Jan-Frederik Trautwein / Universität Göttingen

Von Borkenkäfern befallener Fichtenbestand
Von Borkenkäfern befallener Fichtenbestand
Quelle: Jan-Frederik Trautwein / Universität Göttingen