Umgang mit Bevölkerungsprotesten im Standortauswahlverfahren für das Endlager in Deutschland

Umgang mit Bevölkerungsprotesten im Standortauswahlverfahren für das Endlager in Deutschland

Umgang mit Bevölkerungsprotesten im Rahmen der Endlagersuche: Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt scienceBASEd

Im Verfahren zur Auswahl eines Standorts für das Endlager hochradioaktiver Abfälle in Deutschland ist zu erwarten, dass die Bekanntgabe einer möglichen Standortregion unterschiedliche Reaktionen in der Bevölkerung hervorruft. Die gesetzlichen Regionalkonferenzen sollen die Beteiligung der Bürger:innen in den betroffenen Gebieten gewährleisten. Dennoch äußern nicht alle ihre Meinungen oder Kritik über diese formalisierten Kanäle.

Herausforderungen für die Regionalkonferenzen

Die gewählten Vertreter:innen der Regionalkonferenzen stehen vor der Aufgabe, angemessen auf Proteste aus der Bevölkerung zu reagieren. Das Forschungsprojekt „NipPa“, das vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) initiiert wurde, untersucht, wie nicht-institutionalisierte Formen politischer Partizipation – etwa Demonstrationen, Online-Kommentare oder Unterschriftensammlungen – in die etablierten Beteiligungsprozesse integriert werden können und wo deren Grenzen liegen.

Reaktionsmöglichkeiten und deren Auswirkungen

  • Integration der Anliegen in bestehende Beteiligungsformate
  • Ignorieren der Proteste
  • Ablehnung der Protestformen als illegitim

Das Projekt analysiert zudem, wie diese unterschiedlichen Reaktionen die langfristige Akzeptanz und das Gefühl der angemessenen Vertretung der Bürger:innen beeinflussen.

Methodik und Ergebnisse

Zur Untersuchung wurde ein umfangreiches Vignetten-Experiment mit 60 verschiedenen Protestszenarien durchgeführt. In einer Online-Befragung bewerteten etwa 5.000 Teilnehmer:innen die Legitimität der im jeweiligen Szenario gezeigten Reaktionen der Regionalkonferenzen auf verschiedene Protestformen.

Die Ergebnisse werden am 3. September von 13:00 bis 14:00 Uhr durch das Forschungsinstitut aproxima vorgestellt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit für Fragen und eine Diskussion.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Veranstaltung


Zusätzliche Hinweise

Das Forschungsprojekt „NipPa“ liefert wichtige Erkenntnisse zur Gestaltung von Beteiligungsprozessen im Kontext kontroverser Standortentscheidungen und trägt dazu bei, die Akzeptanz in der Bevölkerung zu fördern.