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09.02.2026 13:51
Neuerscheinung: Baťas Menschen
Mit „Baťas Menschen. Rationalisierung, social engineering und Differenzierung in der tschechoslowakischen Unternehmensstadt Zlín, 1918–1948“ ist jetzt die Habilitation von Gregor Feindt in den VIEG, der Reihe des Leibniz-Instituts für Europäische Geschichte, erschienen.
Das Schuhunternehmen Baťa verwandelte seinen Stammsitz im tschechischen Zlín über 15 Jahre hinweg in eine modernistische, funktional durchgeplante und weltweit beachtete Unternehmensstadt des 20. Jahrhunderts – mit einem klaren Ziel: Die Formung einen leistungsfähigen, loyalen und konformen Baťa-Menschen als Voraussetzung maximal effizienter Produktion.
Mainz, 03.02.2026 – Das Schuhunternehmen Baťa verwandelte seinen Stammsitz im tschechischen Zlín über 15 Jahre hinweg in eine modernistische, funktional durchgeplante und weltweit beachtete Unternehmensstadt des 20. Jahrhunderts. Durch seine kommunalpolitische Macht wurde das Unternehmen zum unangefochtenen, kulturellen Souverän der Stadt. Baťa durchdrang sämtliche Institutionen oder gründete eigene – mit einem klaren Ziel: Die Formung einen leistungsfähigen, loyalen und konformen Baťa-Menschen als Voraussetzung maximal effizienter Produktion.
In seiner Habilitationsschrift erzählt Gregor Feindt die transnationale und tschechoslowakische Geschichte dieses einzigartigen Sozialexperiments. Er analysiert Baťa als System der Humandifferenzierung, Rationalisierung und des social engineering in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Schuhunternehmen Baťa bot seinen Beschäftigten überdurchschnittliche Löhne, komfortablen Wohnraum, ein Freizeitangebot wie in der Großstadt sowie realistische soziale Aufstiegschancen. Im Gegenzug verlangte die Unternehmensleitung die Anpassung an strikte betriebliche Wertvorstellungen, kontinuierliche Selbstoptimierung und die Akzeptanz permanenter Kontrolle.
Das in der Produktion eingeübte Prinzip der Rationalisierung übertrug Baťa systematisch auf die Personalverwaltung und das Alltagsleben in Zlín. Die Belegschaft wurde geformt und differenziert bis weit in das Privatleben der Beschäftigten hinein.
Gregor Feindt analysiert die Sozialreform und Personalpolitik des tschechischen Unternehmens Baťa und zeigt die vielfältigen Konzepte, Praktiken und Institutionen auf, mit denen die Beschäftigten kontrolliert und diszipliniert werden sollten. Dabei verfolgt Feindt die Entwicklung und Überformung dieses Sozialexperiments von seinen Anfängen in der Habsburgermonarchie über die demokratische Tschechoslowakei bis zur deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg und den frühen Jahren des Staatssozialismus.
Autor:
Gregor Feindt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Georg Forster Forum (GFF) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und assoziiertes Mitglied im SFB 1482 Humandifferenzierung. Bis 2025 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte.
NEUERSCHEINUNG „Baťas Menschen. Rationalisierung, social engineering und Differenzierung in der tschechoslowakischen Unternehmensstadt Zlín, 1918–1948“.
Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Band 275, 1. Auflage 2026, 563 Seiten mit 23 teilw. farb. Abb., gebunden, Vandenhoeck & Ruprecht, ISBN: 978-3-666-37109-7, Open Access: https://doi.org/10.13109/9783666371097
Das IEG
Das IEG ist ein selbstständiges außeruniversitäres Forschungsinstitut und seit 2012 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Seine Aufgabe ist die wissenschaftliche Erforschung der europäischen Geschichte. Es betreibt und fördert Forschungen zu den politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Grundlagen Europas in der Neuzeit und befasst sich mit aktuellen Entwicklungen in den Digital Humanities. Seine Beschäftigten forschen sowohl in Einzel- als auch Gemeinschaftsvorhaben sowie mit internationalem wissenschaftlichem Nachwuchs, den es durch sein angesehenes Stipendien- und Gästeprogramm fördert.
Kontakt:
Presse: Dr. Juliane Schwoch, +49 (0)6131 39 39343, schwoch@ieg-mainz.de
Lektorat: Dr. Christiane Kormann, +49 (0)6131 39 39397, kormann@ieg-mainz.de
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Lektorat: Dr. Christiane Kormann, +49 (0)6131 39 39397, kormann@ieg-mainz.de
Originalpublikation:
https://doi.org/10.13109/9783666371097
Weitere Informationen:
https://ieg.hypotheses.org/4768
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Geschichte / Archäologie
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
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