Erfolgreiche Citizen-Science Aktion zur Erfassung von Hirschkäfern in Bayern 2026

Erfolgreiche Citizen-Science Aktion zur Erfassung von Hirschkäfern in Bayern 2026

Erfolgreiche Erfassung des Hirschkäfers in Bayern: Über 2.300 Sichtungen dokumentiert

Im Rahmen der ersten Phase der Citizen-Science-Initiative der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) konnten bislang 1.905 Meldungen zum sogenannten „Käfer mit Geweih“ verzeichnet werden. Von diesen wurden 1.805 sicher dem Hirschkäfer zugeordnet, was insgesamt 2.338 gesichteten Exemplaren entspricht.

Bedeutung der Bürgerbeteiligung

Dr. Peter Pröbstle, Präsident der LWF, hebt die hohe Beteiligung und die Qualität der eingegangenen Daten hervor: „Das Engagement der zahlreichen Freiwilligen ist die Grundlage für diese umfangreiche Datensammlung. Die Ergebnisse verdeutlichen den wichtigen Beitrag, den Bürgerinnen und Bürger bei der Erforschung und dem Schutz heimischer Arten leisten können.“

Beobachtungsmuster und Lebensraum

  • Zeitraum der Beobachtungen: Der Juni erwies sich als Hauptbeobachtungsmonat mit über der Hälfte der Meldungen. Bereits im Mai wurden viele Hirschkäfer registriert, während die Sichtungen im Juli deutlich abnahmen.
  • Tageszeitliche Aktivität: Die meisten Käfer wurden in den Abendstunden zwischen 18 und 21 Uhr gesichtet, was mit der bekannten Dämmerungsaktivität der Art übereinstimmt.
  • Lebensraum: Die Mehrzahl der Beobachtungen stammt aus Gärten und Siedlungsgebieten. Hinweise auf mehrjährige Reproduktionsstätten wurden ebenfalls dokumentiert. Etwa 43 % der Fundorte liegen auf Wohnbauflächen, knapp 10 % im Wald.

Anna Kanold von der LWF, zuständig für das Hirschkäfermonitoring, weist darauf hin, dass die Daten auch von der Verfügbarkeit und Häufigkeit menschlicher Aktivitäten beeinflusst werden. Die Ergebnisse bestätigen weitgehend das bekannte Verbreitungsgebiet des Hirschkäfers in Bayern. Auffällige Funde außerhalb dieser Gebiete werden in den kommenden Jahren weiter untersucht.

Gefahren durch Regentonnen

82 % der gemeldeten Hirschkäfer waren unversehrt. Dennoch gehören Totfunde zum natürlichen Lebenszyklus, da die erwachsenen Käfer nur wenige Wochen leben. Auffällig häufig wurden Hirschkäfer in Regentonnen und anderen Wasserstellen gefunden. Die LWF empfiehlt daher, Regentonnen abzudecken oder Ausstiegshilfen wie Bretter, Äste oder Steine anzubringen, um den Käfern und anderen Insekten das Entkommen zu ermöglichen.

Fortsetzung der Citizen-Science-Aktion

Die LWF bedankt sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Beobachtungen und Fotos, die das Wissen über Verbreitung und Lebensräume des Hirschkäfers erweitern und somit den Artenschutz unterstützen. Die nächste Meldesaison beginnt im Mai 2027, mit der Hoffnung auf erneut zahlreiche Beiträge aus der Bevölkerung.

Weitere Informationen, die Meldeseite sowie das Merkblatt „Hirschkäfer erkennen und schützen“ sind unter folgendem Link verfügbar: https://www.lwf.bayern.de/hirschkaefer.

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin

Anna Kanold
Abteilung Biodiversität und Naturschutz
E-Mail: Anna.Kanold@lwf.bayern.de