Nachhaltige Logistik mit passgenauen 3D-gedruckten Verpackungen aus recyceltem PET

Nachhaltige Logistik mit passgenauen 3D-gedruckten Verpackungen aus recyceltem PET
Nachhaltige Logistik mit passgenauen 3D-gedruckten Verpackungen aus recyceltem PET

Individuell gefertigte Verpackungen mittels 3D-Druck für eine nachhaltige Logistik

Das Startup Palprint aus Paderborn entwickelt ein innovatives System zur Herstellung maßgeschneiderter Verpackungen aus recyceltem PET mittels 3D-Druck, um die derzeit vorherrschenden Einwegverpackungen in der industriellen Logistik zu ersetzen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt dieses Vorhaben mit einer Förderung in Höhe von 125.000 Euro. Ab dem 4. Mai präsentiert sich Palprint gemeinsam mit der DBU auf der IFAT, der internationalen Fachmesse für Umwelttechnologien in München.

Herausforderungen durch überdimensionierte Einwegverpackungen

In der industriellen Logistik sind großformatige Einwegverpackungen nach wie vor weit verbreitet, was zu erhöhtem Materialverbrauch und Abfallaufkommen führt. Palprint setzt hier an, indem das Unternehmen passgenaue Verpackungen für spezifische Bauteile, insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau, produziert. Die Verpackungen entstehen schichtweise im 3D-Druckverfahren auf Basis von recyceltem PET, einem Kunststoff, der bereits vielfach in Ein- und Mehrwegflaschen Verwendung findet.

Die Gründer Paul Lindner und Andreas Ribul-Olzer erläutern, dass viele Unternehmen standardisierte Verpackungen in großen Mengen bestellen, die jedoch häufig überdimensioniert und für die jeweiligen Bauteile nicht optimal geeignet sind. Dies führt zu aufwändigen Lagerprozessen und erhöhtem Müllaufkommen nach einmaliger Nutzung. Durch die additive Fertigung können diese Probleme deutlich reduziert werden.

Ganzheitliche Systemlösung aus Hard- und Software

Palprint bietet nicht nur die Fertigung individueller Verpackungen an, sondern stellt Kunden ein Komplettsystem bereit, das 3D-Drucker von Partnerfirmen, eigene Softwarelösungen sowie die Materialversorgung umfasst. So können Unternehmen anhand von 3D-Daten automatisiert passgenaue Verpackungen erzeugen und direkt vor Ort drucken. Das Ziel ist eine benutzerfreundliche Handhabung.

Zusätzlich arbeitet Palprint mit den Fraunhofer-Instituten für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) sowie für Chemische Technologie (ICT) an der Entwicklung eines PET-Schaum-Verfahrens. Dieses ermöglicht eine bis zu 75 Prozent schnellere Expansion des Materials bei gleichzeitig bis zu 90 Prozent geringerem Gewicht. Das Ergebnis sind großvolumige Verpackungen mit einer Styropor-ähnlichen Haptik, die vollständig aus recyceltem PET bestehen und erneut eingeschmolzen werden können.

Ressourcenschonender Recyclingkreislauf

Ein zentrales Ziel von Palprint ist der Aufbau eines geschlossenen Recyclingkreislaufs. Ab einer bestimmten Menge abgegebener Verpackungen werden diese von Partnerunternehmen eingesammelt, recycelt und als Rohstoff für neue Verpackungen wiederverwendet. Die nahezu vollständige Verwendung von recyceltem PET erleichtert die Wiederverwertung, da keine Materialtrennung erforderlich ist.

Darüber hinaus reduziert sich der Transport- und Lageraufwand, da nur noch Kunststoff-Rezyklate angeliefert werden müssen, die sich platzsparend handhaben lassen. Geplant sind zudem mehrfach verwendbare Verpackungen in Kombination mit einem Pfandsystem. Diese Maßnahmen tragen zur Materialeinsparung, Müllvermeidung und einer funktionalen Kreislaufwirtschaft bei, die ökologischen Nutzen mit wirtschaftlichen Vorteilen für Unternehmen verbindet.

Präsentation auf der IFAT 2026 in München

Palprint zählt zu den fünf von der DBU geförderten Startups, die auf der IFAT in München vertreten sind. Die Messe findet vom 4. bis 7. Mai statt und ist eine bedeutende Plattform für Umwelttechnologien mit rund 142.000 Besuchern und 3.200 Ausstellern im Jahr 2024. Gemeinsam mit der DBU und weiteren innovativen Unternehmen wie Zebrafant.ai, Fainin, Polysecure und Cleansort präsentiert Palprint Lösungen zur Förderung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Der Auftritt erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) und umfasst auch Diskussionsrunden zu relevanten Themen.

Förderung durch die Green Startup-Initiative der DBU

Die Green Startup-Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt Gründerinnen und Gründer, die innovative und wirtschaftlich tragfähige Ansätze für Umwelt- und Nachhaltigkeitslösungen entwickeln. Weitere Informationen sind auf der Webseite der DBU unter https://www.dbu.de/startup verfügbar.

Bildnachweis

Maßgeschneiderte Verpackungen aus recyceltem PET mittels 3D-Druck sollen Unternehmen helfen, von übergroßen Einwegbehältern Abstand zu nehmen. (© Alex Traksel – stock.adobe.com)