Nachhaltige Produktion und Kreislaufwirtschaft Forschungsergebnisse der THWS auf internationaler Konferenz in Japan

Nachhaltige Produktion und Kreislaufwirtschaft Forschungsergebnisse der THWS auf internationaler Konferenz in Japan
Nachhaltige Produktion und Kreislaufwirtschaft Forschungsergebnisse der THWS auf internationaler Konferenz in Japan

Fokus auf nachhaltige Produktion: INSYS-Forscher präsentieren Fortschritte zur Kreislaufwirtschaft in Japan

Das Institut für Sustainable Energy Systems (INSYS) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) stellte auf der internationalen „33rd CIRP Conference on Life Cycle Engineering“ in Kamakura, Japan, neueste Forschungsergebnisse zur ressourcenschonenden Industrieproduktion vor. Die Konferenz widmete sich dem Thema der Gestaltung von Produktionsökosystemen im Kontext einer Kreislaufwirtschaft und brachte Fachleute aus aller Welt zusammen, um nachhaltige Fertigungstechnologien zu diskutieren.

Neuausrichtung von Produktionssystemen für eine zirkuläre Wirtschaft

Unter dem Motto „shaping manufacturing ecosystems towards a circular economy“ betonte Prof. Dr. Felipe Cerdas von der THWS die Notwendigkeit, industrielle Produktionsprozesse ganzheitlich zu überdenken. Durch innovative Fertigungsmethoden und Life Cycle Engineering lassen sich Materialkreisläufe schließen, Emissionen reduzieren und Umweltbelastungen langfristig minimieren.

Internationale Plattform für nachhaltige Fertigung

Die dreitägige Veranstaltung, organisiert von der Japan Society for Precision Engineering (JSPE), bot eine Gelegenheit zum Austausch über nachhaltige Technologien und Kreislaufwirtschaft. Neben Prof. Dr. Cerdas, der als Session Chair fungierte, präsentierten die INSYS-Forscherinnen Marie Celia Briones Espinoza und Anna-Maria Schmitt ihre aktuellen Studien. Im Mittelpunkt standen digitale Werkzeuge, die Unternehmen den Übergang zur Kreislaufwirtschaft technisch und wirtschaftlich erleichtern.

Effiziente Klimabilanzierung für den Mittelstand

Marie Celia Briones Espinoza stellte Ansätze vor, mit denen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre Treibhausgasemissionen trotz begrenzter Daten präzise erfassen können. Ihre Forschung entwickelte praxisorientierte Methoden für sogenannte Screening-Ökobilanzen (Life Cycle Assessment) auf Basis internationaler ISO-Normen. Ziel ist es, den Aufwand bei der Datenerhebung zu verringern, ohne die Relevanz der wichtigsten Emissionsquellen zu verlieren. Damit sollen technische Hürden abgebaut und KMU befähigt werden, Klimaschutzmaßnahmen gezielt zu priorisieren und ihre Nachhaltigkeit in der Lieferkette transparent nachzuweisen.

Künstliche Intelligenz für präzise Energieprognosen in der Fertigung

Anna-Maria Schmitt fokussierte sich auf die exakte Vorhersage des Energieverbrauchs von CNC-Werkzeugmaschinen, was für die Bestimmung des CO2-Fußabdrucks von Bauteilen vor Produktionsbeginn entscheidend ist. Da moderne Maschinen mit Rückspeiseantrieben komplexe energetische Verläufe zeigen, analysierte die Studie den Einsatz von Machine Learning (ML). Dabei erwiesen sich sequenzbasierte KI-Modelle als besonders robust bei unbekannten Daten. Diese Erkenntnisse ermöglichen eine verbesserte Produktionsplanung mit Fokus auf Energieeffizienz.

Praktische Umsetzung der Kreislaufwirtschaft im Yamada Reuse Center

Ein Höhepunkt der Konferenzreise war der Besuch des Yamada Reuse Centers in der Präfektur Gunma, das exemplarisch zeigt, wie durch Aufbereitung und Wiederinstandsetzung von Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen und Kühlschränken ein funktionierender Second-Hand-Markt entsteht. Dieses Refurbishment trägt nicht nur zur Ressourcenschonung bei, sondern eröffnet auch neue wirtschaftliche Chancen.

Über die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS)

Die THWS zählt zu den größten Fachhochschulen Bayerns und bietet seit 1971 ein breites Spektrum an Studiengängen in Technik, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Sprache sowie Gestaltung an. Mit rund 9.200 Studierenden und zwei Promotionszentren ist sie sowohl regional als auch international vernetzt und engagiert sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit.

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin

  • Anna-Maria Schmitt
    anna-maria.schmitt@thws.de

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