Nachhaltiger Konsum als Schlüssel zur Belebung und Transformation von Innenstädten

Nachhaltiger Konsum als Schlüssel zur Belebung und Transformation von Innenstädten
Nachhaltiger Konsum als Schlüssel zur Belebung und Transformation von Innenstädten

Transformation urbaner Zentren durch nachhaltigen Konsum

Ganzheitliche Ansätze zur Belebung von Innenstädten

Im Rahmen des Forschungsprojekts SONa wurde untersucht, wie Stadtzentren als multifunktionale Räume für nachhaltigen Konsum gestaltet werden können. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass für eine nachhaltige Entwicklung der Innenstädte ein umfassender Ansatz sowie neue politische Instrumente zur Bewältigung leerstehender Gewerbeflächen erforderlich sind. In den Städten Duisburg, Schwentinental und Würzburg wurden verschiedene Konzepte in Reallaboren erprobt. Abschließend wurden ein Bericht sowie ein Policy Paper mit konkreten Empfehlungen veröffentlicht.

Herausforderungen und Pilotprojekte

Innenstädte stehen vor vielfältigen Herausforderungen: Zunehmender Leerstand, veränderte Konsumgewohnheiten, Nutzungskonflikte sowie die Dringlichkeit von Klimaanpassungsmaßnahmen verschärfen die Situation. Gleichzeitig wächst die Forderung, urbane Räume mit hoher Aufenthaltsqualität, sozialer Teilhabe und ökologischer Verantwortung zu gestalten. Das SONa-Projekt analysierte die Rolle nachhaltiger Konsumangebote bei der Transformation von Innenstädten. Ziel war es, Maßnahmen zu entwickeln und zu testen, die sowohl die Aufenthaltsqualität verbessern als auch nachhaltige Konsummuster wie Leihen, Mieten, Tauschen oder Reparieren fördern.

  • Pop-up-Store „Nachhaltig made by Duisburg“
  • Kleidertauschbörse „TauschRausch“ in Schwentinental
  • Zukunftshaus Würzburg mit nachhaltigem Liefer- und Abholservice

Diese Pilotprojekte erhielten finanzielle und wissenschaftliche Unterstützung zur Umsetzung ihrer nachhaltigen Konsumideen.

Erfolgsfaktoren und politische Rahmenbedingungen

Die Untersuchung zeigt, dass erfolgreiche Projekte in Innenstädten nicht auf einzelne Maßnahmen zurückzuführen sind, sondern auf der Kombination verschiedener Faktoren basieren. Besonders wichtig sind politisches Engagement, die enge Zusammenarbeit zwischen Behörden sowie die Benennung einer verantwortlichen Ansprechperson. Nachhaltige Angebote können Leerstände und brachliegende Flächen temporär oder dauerhaft reaktivieren. Beteiligungsformate, Pop-up-Events und digitale Plattformen erhöhen die Akzeptanz innerhalb der Stadtgesellschaft.

Dr. Franziska Stelzer, Leiterin des SONa-Projekts am Wuppertal Institut, betont: „Für eine gelungene Transformation sind politisches Commitment, flexible Handlungsrahmen und Räume für Experimente notwendig, um neue Ideen zu erproben und die Stadtgesellschaft aktiv einzubinden.“

Policy Paper: Umgang mit leerstehenden Gewerbeflächen

Das begleitende Policy Paper „Wiederbelebung von Innenstädten nachhaltig gestalten“ widmet sich insbesondere der Herausforderung des Zugangs zu leerstehenden Gewerbeflächen. Im Fokus stehen finanzielle Förderungen für Gründerinnen und Gründer, etwa durch Anmietungsfonds, sowie das kommunale Vorkaufsrecht.

Eine ergänzende Kommunalbefragung zeigt, dass Anmietungsfonds großes Potenzial besitzen, Innenstädte zu beleben, sofern ausreichende finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Allerdings werden soziale und ökologische Kriterien bei der Vergabe bislang selten berücksichtigt. Michaela Roelfes vom Wuppertal Institut empfiehlt daher, diese Fonds mit Nachhaltigkeitskriterien und Beratungsangeboten zu verknüpfen.

Das kommunale Vorkaufsrecht wird zwar teilweise erfolgreich angewandt, gilt jedoch als aufwändig, rechtlich eingeschränkt und wenig verbreitet. Die Autorinnen sehen hier weiteren Forschungsbedarf, insbesondere durch vergleichende Evaluierungen. Zudem wird angeregt, dass der Bund transformativ ausgerichtete Forschung fördert und bestehende Förderprogramme zur Einrichtung von Anmietungsfonds fortführt sowie administrativ vereinfacht.

Verfügbare Publikationen und Kontakt

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin

Dr. Franziska Stelzer, Senior Researcherin im Forschungsbereich Innovationslabore am Wuppertal Institut