Neuer Mechanismus erklärt gefährliche COPD-Schübe bei Grippeinfektionen



Studie untersucht Zusammenhang von Lärmbelastung durch Straßenverkehr und Fettverteilung

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25.02.2026 14:45

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Plötzlich gesund

Fortschreitende Naturerkenntnis, ganz allgemein gesprochen, ‚Wissenschaft‘, ist der stärkste Feind des medizinischen Wunders. Was unseren Vorfahren als Wunder erschien, was einfache Naturvölker heute noch in heftige Erregung versetzt, das berührt den zivilisierten Menschen längst nicht mehr.
Doch es gibt einen Gegensatz, der jedem Denkenden sofort auffällt: der unerhörte, durchaus nicht abgeschlossene Aufstieg der wissenschaftlichen Heilkunde und die ebenso unerhörte Zunahme der Laienbehandlung und der Kurpfuscherei. Man schätzt die Zahl der Menschen, die der Schulmedizin kein Vertrauen schenken, auf immerhin 50 Prozent.
Wie kann es sein, daß Laienbehandler und Kurpfuscher immer wieder spektakuläre Erfolge aufweisen, von denen die Sensationspresse berichtet?
Der Autor geht dieser Frage nach und kommt zu interessanten Erkenntnissen, aus denen er Vorschläge für eine bessere Krankenbehandlung durch seine ärztlichen Standesgenossen ableitet.

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Neuer Mechanismus erklärt gefährliche COPD-Schübe bei Grippeinfektionen

Marburger Team identifiziert Botenstoff als Auslöser für Schleimüberproduktion und geschwächte Virusabwehr

Forschende der Philipps-Universität Marburg haben herausgefunden, warum sich die chronische Lungenerkrankung COPD bei einer Grippe-Infektion oft plötzlich stark verschlechtert: Ein bestimmter Botenstoff namens CXCL11 wird dabei vermehrt gebildet und bringt die Atemwege aus dem Gleichgewicht. Dadurch wird nicht nur zu viel zäher Schleim produziert, sondern auch die natürliche Abwehr gegen Viren geschwächt – ein wichtiger Schritt, um diese gefährlichen Krankheitsschübe künftig besser behandeln zu können. Die Forschenden um Prof. Dr. Mareike Lehmann und Prof. Dr. Bernd Schmeck berichten darüber in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Thorax“ (https://doi.org/10.1136/thorax-2025-224202).

Von der Virusinfektion zur Schleimüberproduktion

Für ihre Analysen nutzte das Team humanbasierte Modellsysteme aus Epithelzellen der Atemwege, die strukturelle und funktionelle Eigenschaften des respiratorischen Epithels realitätsnah abbilden. Diese Modelle wurden kontrolliert mit Influenzaviren infiziert und anschließend mittels hochauflösender Einzelzellanalysen charakterisiert. Durch diesen Ansatz konnten zelltypspezifische Veränderungen präzise erfasst und molekulare Signalwege identifiziert werden, die durch CXCL11 vermittelt werden.

„Solche Studien sind nur in Marburg möglich, weil wir hier eine enge Verzahnung von klinischer Versorgung und molekularer Grundlagenforschung haben. Dadurch können wir Fragestellungen direkt aus der Behandlung von Patientinnen und Patienten in experimentelle Modelle übertragen – und die gewonnenen Erkenntnisse wiederum zurück in die Klinik spiegeln“, sagt Prof. Dr. Mareike Lehmann von der Philipps-Universität Marburg.

Die Ergebnisse liefern einen wichtigen Ansatzpunkt, um akute Verschlechterungen bei COPD künftig gezielter zu verhindern oder therapeutisch zu behandeln. Langfristig könnten Strategien, die auf CXCL11 abzielen, dazu beitragen, Schleimüberproduktion zu reduzieren und die antivirale Abwehr der Atemwege zu stärken.

Bildtext: Die Lungenforschenden Mareike Lehmann und Bernd Schmeck. Foto: Gowtham Boosarpu

Bild zum Download: https://www.uni-marburg.de/de/aktuelles/news/2026/ilung-thorax-2026


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Mareike Lehmann
Institut für Lungenforschung (iLung)
Philipps-Universität Marburg
Tel.: 06421 28-65043
E-Mail: mareike.lehmann@uni-marburg.de


Originalpublikation:

Originalpublikation: Melo-Narvaez et al, Single-cell mapping reveals CXCL11 as a driver of mucus production and inflammation in influenza A virus exacerbation in COPD, Thorax (2026) https://doi.org/10.1136/thorax-2025-224202


Weitere Informationen:

https://Institut für Lungenforschung: https://www.uni-marburg.de/de/fb20/bereiche/ziei/lungenforschung


Bilder


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Biologie, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch


 

Quelle: IDW