Regionale Wildpflanzen fördern widerstandsfähige und vielfältige Blühflächen in Agrarlandschaften

Regionale Wildpflanzen fördern widerstandsfähige und vielfältige Blühflächen in Agrarlandschaften

Regionale Wildpflanzen fördern widerstandsfähige und vielfältige Blühflächen in Agrarlandschaften

Regionale Wildpflanzen stärken Vielfalt und Widerstandsfähigkeit von Blühflächen

Mehrjährige Blühflächen tragen wesentlich zur Erhöhung der Biodiversität in Agrarlandschaften bei. Eine zentrale Fragestellung bei der Gestaltung solcher Flächen betrifft die Auswahl der Pflanzenarten mit der größten Wirksamkeit. Eine aktuelle Untersuchung der Universität Göttingen belegt, dass insbesondere regional angepasste Saatgutmischungen die biologische Vielfalt fördern und zugleich die Ausbreitung unerwünschter Unkräuter reduzieren. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Basic and Applied Ecology veröffentlicht.

Untersuchungsdesign und zentrale Ergebnisse

Im Rahmen der Studie wurden 29 Blühflächen im südlichen Niedersachsen über einen Zeitraum von zwei Jahren beobachtet. Die Flächen wurden in Zusammenarbeit mit 41 landwirtschaftlichen Betrieben angelegt und mit einer regionalisierten Mischung aus 33 einheimischen Wildpflanzenarten eingesät. Zusätzlich wurden Einflussfaktoren wie die Vorkultur, der Zeitpunkt der Aussaat sowie die Vielfalt der umgebenden Landschaft analysiert.

  • Der Anteil der ausgesäten Pflanzenarten erhöhte sich im zweiten Jahr um 43 %.
  • Spontan auftretende Pflanzenarten nahmen um 29 % ab.
  • Problematische Unkräuter blieben mit weniger als zwei Prozent Flächenanteil gering.

Wirkung der regionalisierten Saatgutmischungen

Die regional angepassten Wildpflanzenmischungen zeigten eine zuverlässige Etablierung unter unterschiedlichen Standortbedingungen. Die eingesäten Arten konnten sich zunehmend durchsetzen, während problematische Unkräuter kaum auftraten. In Landschaften mit höherer Strukturvielfalt wurden mehr spontane Pflanzenarten festgestellt, welche zusätzlich zur Artenvielfalt beitragen.

„Die Zusammensetzung der Saatgutmischung ist entscheidend: Schnell wachsende einjährige Arten unterdrücken unerwünschte Pflanzen in der Anfangsphase, während mehrjährige heimische Arten die langfristige Stabilität der Pflanzengemeinschaft sichern“, erläutert Prof. Dr. Catrin Westphal, Leiterin der Abteilung Agrarökologie und Funktionelle Agrobiodiversität an der Universität Göttingen.

Ergänzende Pflegemaßnahmen, wie gezielte Schnitte, können notwendig sein, um die Entwicklung der Blühflächen zu unterstützen. Insgesamt erhöhen regionalisierte Wildpflanzenmischungen die Akzeptanz von Blühflächen in der Landwirtschaft und schaffen dauerhaft vielfältige Lebensräume.

Projektkontext und Förderung

Die Studie ist Bestandteil des Projekts „Kooperativ“, das im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert wird. Die Finanzierung erfolgt durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.


Kontaktinformationen der wissenschaftlichen Ansprechpartner

Dr. Stefan Schüler
Fakultät für Agrarwissenschaften
Abteilung Agrarökologie und Funktionelle Agrobiodiversität
Telefon: (0551) 39-25942
E-Mail: stefan.schueler@uni-goettingen.de
Weitere Informationen

Prof. Dr. Catrin Westphal
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Agrarwissenschaften
Abteilung Agrarökologie und Funktionelle Agrobiodiversität
Telefon: (0551) 39-28275
E-Mail: catrin.westphal@uni-goettingen.de
Weitere Informationen


Publikation

Lechtenberg, J. et al. (2026): Regionalised seed mixture enables successful flower field establishment across varying management and landscape conditions. Basic and Applied Ecology. doi.org/10.1016/j.baae.2026.09.002


Weiterführende Informationen

Pressemitteilung der Universität Göttingen mit Bildmaterial