Feinstaub und ultrafeine Partikel neue EU-Vorgaben und gesundheitliche Auswirkungen

Feinstaub und ultrafeine Partikel neue EU-Vorgaben und gesundheitliche Auswirkungen

Gefährlichkeit von Feinstaub: Neue Erkenntnisse und EU-Vorgaben

Prof. Dr. Andreas Held, Leiter des Fachgebiets Umweltchemie und Luftreinhaltung an der Technischen Universität Berlin, erläutert anlässlich des Internationalen Tags der sauberen Luft am 7. September die Bedeutung von Feinstaubpartikeln und die aktuellen Entwicklungen in der europäischen Gesetzgebung.

Aktuelle Luftqualität und Messmethoden

Obwohl Deutschland die bestehenden Grenzwerte für Feinstaub weitgehend einhält, sind besonders kleinste Partikel, die nur gering zur Gesamtmasse des Feinstaubs beitragen, gesundheitlich relevant. Prof. Held betont die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung hinsichtlich Partikelgröße, Zusammensetzung und Wirkung im menschlichen Organismus.

Neue EU-Grenzwerte und Messgrößen

Die Europäische Union plant, den zulässigen Jahresmittelwert für PM2,5 ab dem Jahr 2030 von 25 auf 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zu reduzieren. Darüber hinaus sollen ultrafeine Partikel künftig systematischer erfasst werden, um deren gesundheitliche Auswirkungen besser beurteilen zu können.

Weitere Einflussfaktoren auf die Luftqualität

  • Reifen- und Bremsabrieb gewinnen als Quellen von Feinstaub zunehmend an Bedeutung.
  • Waldbrände und der Klimawandel beeinflussen die Feinstaubbelastung ebenfalls.
  • Neue Messverfahren erlauben die Analyse selbst kleinster Metallanteile im Feinstaub.

Symposium zu ultrafeinen Partikeln an der TU Berlin

Am 14. und 15. September 2026 veranstaltet die TU Berlin in Kooperation mit dem Umweltbundesamt ein Symposium zum Thema ultrafeine Partikel. Experten aus Wissenschaft, Luftmessnetzen und Messtechnik diskutieren dort die praktische Umsetzung der neuen Messanforderungen. Schwerpunkte sind unter anderem:

  • Standorte für zukünftige Messungen ultrafeiner Partikel
  • Geeignete Geräte für den Langzeiteinsatz
  • Vergleichbarkeit der Messdaten auf nationaler und europäischer Ebene

Veranstaltungsdetails

  • Datum: 14. und 15. September 2026
  • Ort: Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), Hermann-von-Helmholtz-Bau, Abbestraße 2–12, 10587 Berlin
  • Informationen und Anmeldung: https://www.tu.berlin/uc/ufp/informationen

Kontakt

Für weiterführende Auskünfte steht Prof. Dr. Andreas Held zur Verfügung:
Fachgebietsleitung Umweltchemie und Luftreinhaltung
Fakultät III Prozesswissenschaften
Telefon: +49 30 314 21978
E-Mail: held@tu-berlin.de

Weiterführende Informationen

Das vollständige Interview mit Prof. Dr. Andreas Held ist abrufbar unter: https://www.tu.berlin/go318523/


Bildmaterial

Feinstaub unter dem Elektronenmikroskop
Feinstaub unter dem Elektronenmikroskop
Quelle: Claudio Crazzolara