Handlungsempfehlungen für krisenfeste und resiliente Metropolregionen

Handlungsempfehlungen für krisenfeste und resiliente Metropolregionen

Handlungsempfehlungen für krisenfeste und resiliente Metropolregionen

Resiliente Metropolregionen: Handlungsempfehlungen der ARL für krisenfeste Stadtregionen

Die Ebene der Metropolregionen spielt eine zentrale Rolle beim Umgang mit Klimarisiken, Ausfällen kritischer Infrastrukturen sowie sozialen Krisen, da solche Herausforderungen häufig kommunale Grenzen überschreiten. Das aktuelle Positionspapier 167 der Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (ARL) mit dem Titel „Resilient Metropolitan Regions – Recommendations for Action“ erläutert, wie Metropolregionen Risiken proaktiv steuern, Krisensituationen bewältigen und gestärkt daraus hervorgehen können.

Hintergrund und Bedeutung der Metropolitanebene

Angesichts von Klimawandel, geopolitischen Spannungen, Pandemien, Digitalisierung und wachsender sozialer Ungleichheit gewinnt Resilienz als Leitprinzip für öffentliche Strategien zunehmend an Bedeutung. Das Positionspapier, veröffentlicht in englischer Sprache, analysiert die spezifischen Anforderungen und Potenziale von Metropolregionen in diesem Kontext.

Metropolregionen zeichnen sich durch eine hohe Konzentration von Bevölkerung, Wirtschaft, kritischen Infrastrukturen sowie sozialräumlichen Disparitäten aus. Risiken wie Hochwasser, Stromausfälle oder Gesundheitskrisen überschreiten dabei häufig kommunale und sektorale Grenzen. Die Autorinnen und Autoren definieren „metropolitane Resilienz“ als die Fähigkeit von Akteuren und Systemen innerhalb eines gemeindeübergreifenden Raums, durch eine gemeinsame strategische Ausrichtung wesentliche Funktionen aufrechtzuerhalten, sich an Belastungen anzupassen und auf Schocks mit nachhaltigen Veränderungen zu reagieren. Dabei soll eine Verstärkung sozialräumlicher Ungleichheiten vermieden werden.

Fünf zentrale Handlungsfelder

  • Nachhaltige Urbanisierung: Maßnahmen wie Netto-Null-Flächenverbrauch und Konzepte der Schwammstadt zur besseren Wasserrückhaltung.
  • Kritische Infrastrukturen: Förderung von Redundanz, Diversität und Selbstversorgungsfähigkeit zur Erhöhung der Ausfallsicherheit.
  • Natürliche und technologische Risiken: Schutzmaßnahmen von Hochwasserschutz bis hin zu Cybersicherheit.
  • Grüne und blaue Infrastrukturen: Einsatz zur Minderung von Hitzeeffekten sowie zur Förderung von Gesundheit und Klimaanpassung.
  • Soziale Vulnerabilitäten: Sicherstellung des Zugangs zu Wohnraum, Grundversorgung und öffentlicher Sicherheit.

Empfehlungen für Politik und Praxis

  • Die genannten Handlungsfelder als Grundlage für politische und planerische Initiativen nutzen.
  • Stärkung von Netzwerken und Kooperationen innerhalb der gesamten Metropolregion.
  • Integration von Resilienzbewertungen und strategischer Vorausschau („Strategic Foresight“) in alle Phasen der politischen Entscheidungsfindung.
  • Planung und Handeln über Verwaltungsgrenzen hinweg („metropolitan denken“).
  • Aufbau robuster Institutionen, die an lokale Gegebenheiten angepasst sind und eine koordinierte, verantwortliche Steuerung ermöglichen, beispielsweise durch metropolitane Resilienzeinheiten.

Hintergrund der Entstehung

Das Positionspapier wurde in der Internationalen Arbeitsgruppe „Resilient Metropolitan Regions – Spatial Planning and Management for Urban Transformation“ erarbeitet. Diese wird gemeinsam von Prof. Dr. Joaquín Farinós Dasí (Universität València) und Petra Schelkmann (Verband Region Rhein-Neckar) geleitet. Experten aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Italien, Österreich und Spanien waren an der Ausarbeitung beteiligt.


Wissenschaftliche Ansprechpartnerin

Dr. Katharina Kapitza
katharina.kapitza@arl-net.de
https://www.arl-net.de/de/content/katharina-kapitza


Publikation

ARL – Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (Hrsg.) (2026): Resilient Metropolitan Regions – Recommendations for Action. Hannover. Positionspapier aus der ARL 167.
https://doi.org/10.60683/d7sr-nv71


Weiterführende Informationen

https://www.arl-international.com/group/42
Webseite des Arbeitskreises „Resilient Metropolitan Regions“