Reproduktionsmedizin: Altes Erbe vom Vater



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07.10.2021 11:44

Reproduktionsmedizin: Altes Erbe vom Vater

Was die Eltern dem Kind in die Wiege legen, ist mehr als die klassische Erbsubstanz: Auch ein 2. Code – epigenetische Veränderungen durch Alter und Umweltfaktoren – können an die nächste Generation weitergegeben werden. Die epigenetische Prägung erfolgt großteils im Mutterleib. Doch auch Einflüsse des Vaters können sich auf die Gesundheit der Nachkommen auswirken.

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Plötzlich gesund

Fortschreitende Naturerkenntnis, ganz allgemein gesprochen, ‘Wissenschaft’, ist der stärkste Feind des medizinischen Wunders. Was unseren Vorfahren als Wunder erschien, was einfache Naturvölker heute noch in heftige Erregung versetzt, das berührt den zivilisierten Menschen längst nicht mehr.
Doch es gibt einen Gegensatz, der jedem Denkenden sofort auffällt: der unerhörte, durchaus nicht abgeschlossene Aufstieg der wissenschaftlichen Heilkunde und die ebenso unerhörte Zunahme der Laienbehandlung und der Kurpfuscherei. Man schätzt die Zahl der Menschen, die der Schulmedizin kein Vertrauen schenken, auf immerhin 50 Prozent.
Wie kann es sein, daß Laienbehandler und Kurpfuscher immer wieder spektakuläre Erfolge aufweisen, von denen die Sensationspresse berichtet?
Der Autor geht dieser Frage nach und kommt zu interessanten Erkenntnissen, aus denen er Vorschläge für eine bessere Krankenbehandlung durch seine ärztlichen Standesgenossen ableitet.

Hier geht es weiter …

Zumindest bei Mäuse-Nachfahren von gealterten Männchen wurden eine verkürzte Lebensdauer und ausgeprägtere Alterserscheinungen gezeigt. Professor Dan Ehninger und sein Team am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn sind den Mechanismen auf der Spur, wie diese Veranlagung zustande kommt und weitergegeben wird.

Ziel der Forscher ist es herauszufinden, ob und mit welchen Interventionen sich die generationen-übergreifende Weitergabe beeinflussen lässt. So wird untersucht, ob Ernährungsfaktoren diese generationsübergreifenden Auswirkungen korrigieren können.

Münsteraner Forscher haben bei den Spermien altersabhängige Effekte auf die epigenetische Prägung (Methylierungsstatus der Erbsubstanz) nachgewiesen. Wie Dr. Sandra Laurentino vom Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie in einem Poster aufzeigte, unterscheiden sich diese alters-assoziierten Veränderungen in den Keimzellen deutlich von denjenigen, die bei „normalen“ Körperzellen zu identifizieren sind.

Quelle 9. Kongress des Dachverbandes Reproduktionsbiologie und –medizin (DVR): Der DVR vereint zwölf Mitgliedsgesellschaften. Sie stellten vom 1. bis 2. Oktober alle neuen klinischen und wissenschaftlichen Aspekte der Fortpflanzung “unter einem Dach” virtuell zur Diskussion.

Dr. Renate Leinmüller
https://www.dvr-kongress.de/presse/


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Dr. Sandra Laurentino. Regenerative Biomedicine Centre of Reproductive Medicine and Andrology Albert-Schweitzer-Campus 1, Geb. D11 48149 Münster


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende
Biologie, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
Deutsch


Quelle: IDW