Studie zeigt Enkelkinder beeinflussen Klimasorgen der Großeltern nicht signifikant

Studie zeigt Enkelkinder beeinflussen Klimasorgen der Großeltern nicht signifikant

Großeltern und ihr Umweltbewusstsein: Eine aktuelle Untersuchung

Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass Großeltern aufgrund ihrer Enkelkinder ein größeres Interesse am Klimaschutz entwickeln, zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union (IAAEU) an der Universität Trier ein anderes Bild.

Untersuchungsergebnisse zur Sorge um den Klimawandel

Die Forschung, an der Dr. Lieke Voorintholt beteiligt war, analysierte Daten aus der Langzeitstudie „UK Understanding Society“, in der regelmäßig dieselben Personen im Vereinigten Königreich zu gesellschaftlichen Themen und ihrer Familiensituation befragt werden. Ziel war es, Veränderungen in der Einstellung gegenüber dem Klimawandel vor und nach der Geburt von Enkelkindern zu erfassen.

Die Auswertung ergab, dass die Geburt von Enkelkindern im Durchschnitt nicht zu einer verstärkten Besorgnis über die Folgen des Klimawandels führt. Dies zeigte sich insbesondere bei der Zustimmung zur Aussage „Die Auswirkungen des Klimawandels liegen zu weit in der Zukunft, um mir Sorgen zu machen“. Auch alternative statistische Analysen bestätigten dieses Ergebnis.

Weitere Forschungsansätze und methodische Überlegungen

  • Es bleibt offen, ob eine Einstellungsänderung bereits vor der Geburt der Enkelkinder einsetzt, beispielsweise wenn die eigenen Kinder erwachsen sind und eine feste Partnerschaft eingehen.
  • Eine frühere Untersuchung deutet darauf hin, dass die Formulierung der Befragungsfrage einen Einfluss auf die Antworten haben kann. Allgemeiner gefasste Fragen zum Klimawandel führten zu einer stärkeren Ablehnung der Aussage, dass die Auswirkungen zu weit in der Zukunft lägen.

Die Autoren der Studie betonen, dass für die Mobilisierung älterer Generationen im Klimaschutz möglicherweise andere Ansprachen als der Verweis auf das Wohl zukünftiger Generationen erforderlich sind.

Studienveröffentlichung und Kontakt

Die vollständige Studie ist unter folgendem DOI abrufbar: https://doi.org/10.1016/j.euroecorev.2026.105482

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin

Dr. Lieke Voorintholt
Institut für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union (IAAEU)
E-Mail: voorintholt@iaaeu.de
Telefon: +49 651 201-1384