Dezentrales Phosphorrecycling stärken Empfehlungen für Politik Wasserwirtschaft und regionale Netzwerke

Dezentrales Phosphorrecycling stärken Empfehlungen für Politik Wasserwirtschaft und regionale Netzwerke

Stärkung des dezentralen Phosphorrecyclings: Handlungsempfehlungen für Politik, Wasserwirtschaft und regionale Netzwerke

Phosphor ist ein unverzichtbarer Nährstoff für die Landwirtschaft. In Deutschland wird der überwiegende Teil des für die Landwirtschaft benötigten Phosphordüngers importiert. Abwasser stellt eine bedeutende Ressource zur Rückgewinnung von Phosphor dar.

Regulatorische Anforderungen und aktuelle Herausforderungen

Mit der Novellierung der Klärschlammverordnung (AbfKlärV 2017) sind Betreiber von Kläranlagen ab einer bestimmten Kapazität verpflichtet, mindestens 50 % des im Klärschlamm enthaltenen Phosphors zurückzugewinnen. Bisher erreichen Verfahren zur Phosphorrückgewinnung, die auf Fällung und Kristallisation basieren und kristalline Phosphorprodukte wie Magnesium-Ammonium-Phosphat (Struvit) erzeugen, diese Rückgewinnungsquoten nicht vollständig. Zudem fehlen derzeit funktionierende regionale Vertriebsstrukturen für aus Abwasser gewonnenen Phosphor.

Ergebnisse des ISOE Policy Briefs

Der Policy Brief des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) mit dem Titel „Dezentrales Phosphorrecycling stärken: Empfehlungen für Politik, Wasserwirtschaft und regionale Netzwerke“ identifiziert technische, rechtliche und wirtschaftliche Barrieren bei der dezentralen Phosphorrückgewinnung. Die Autoren betonen die Dringlichkeit, dass politische Entscheidungsträger die Rahmenbedingungen für eine dezentrale Phosphorrückgewinnung zeitnah schaffen und fördern müssen.

Forschungsprojekt P-Net und regionale Vernetzung

Die Grundlage des Policy Briefs bilden Erkenntnisse aus dem Projekt „Netzwerk für ressourceneffizientes Phosphorrecycling und -management in der Region Harz und Heide (P-Net)“. Das Projektteam untersuchte, wie regionale Netzwerke Kläranlagen bei der Phosphorfällung unterstützen und die Weiterverarbeitung des ausgefällten Phosphors zu Struvitdünger ermöglichen können. Dieses Verfahren stellt eine nachhaltige Form des Phosphorrecyclings dar und trägt wesentlich zur Regionalisierung von Ressourcenkreisläufen bei. Weitere Informationen zum Projekt sind unter https://www.isoe.de/projekt/p-net verfügbar.

Über das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE)

Das ISOE zählt zu den führenden unabhängigen Instituten im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung. Es entwickelt wissenschaftliche Grundlagen und innovative Konzepte für sozial-ökologische Transformationsprozesse. Die Forschung erfolgt transdisziplinär und adressiert globale Herausforderungen wie Wasserknappheit, Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Landdegradation. Ziel ist die Entwicklung nachhaltiger Lösungen, die ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Aspekte integrieren.


Wissenschaftliche Ansprechpartnerin


Originalpublikation

Zimmermann, Martin, Martina Winker (2026): Dezentrales Phosphorrecycling stärken. Empfehlungen für Politik, Wasserwirtschaft und regionale Netzwerke. ISOE Policy Brief 13. Frankfurt am Main. https://doi.org/10.5281/zenodo.20640954


Weiterführende Informationen

https://www.isoe.de/aktuelles/dezentrales-phosphorrecycling-staerken-empfehlungen-fuer-politik-wasserwirtschaft-und-regionale-netzwerke


Download

PDF-Icon ISOE Policy Brief 13: Dezentrales Phosphorrecycling stärken. Empfehlungen für Politik, Wasserwirtschaft und regionale Netzwerke