Neue Forschungsdateninfrastruktur Geolinking Service SoRa fördert interdisziplinäres Forschen durch Verknüpfung sozialwissenschaftlicher und raumbezogener Daten

Neue Forschungsdateninfrastruktur Geolinking Service SoRa fördert interdisziplinäres Forschen durch Verknüpfung sozialwissenschaftlicher und raumbezogener Daten

Neue Forschungsdateninfrastruktur Geolinking Service SoRa fördert interdisziplinäres Forschen durch Verknüpfung sozialwissenschaftlicher und raumbezogener Daten

Neue Forschungsdateninfrastruktur „Geolinking Service SoRa“ fördert interdisziplinäre Analysen

Mit dem „Geolinking Service SoRa“ steht ab sofort eine innovative Infrastruktur zur Verfügung, die die Verknüpfung von sozialwissenschaftlichen Befragungsdaten mit raumbezogenen Informationen ermöglicht. Dieser Dienst wurde vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden, dem GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Mannheim sowie dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) entwickelt.

Interdisziplinäre Forschung durch Datenintegration

Die neue Infrastruktur adressiert eine bestehende Lücke in der deutschen Forschungslandschaft. Komplexe Fragestellungen, beispielsweise zur sozialen Ungleichheit oder Umweltgerechtigkeit, erfordern die Kombination von Daten aus den Sozial- und Raumwissenschaften. So können etwa Zusammenhänge zwischen Grünflächenanteilen in Wohngebieten und dem Gesundheitszustand oder Wohlbefinden der Bewohner untersucht werden. Ebenso lassen sich Einflüsse der Wohnform oder der Verkehrsinfrastruktur auf das Mobilitätsverhalten analysieren.

Herausforderungen bei der Datenverknüpfung

Für solche Analysen sind einerseits Umfragedaten zu Lebenszufriedenheit oder politischen Einstellungen notwendig, wie sie das SOEP bereitstellt. Andererseits werden Geodaten benötigt, die Informationen über die räumliche Struktur von Wohnquartieren liefern. Die Verknüpfung dieser heterogenen Datenquellen ist bislang mit erheblichen technischen, institutionellen und datenschutzrechtlichen Schwierigkeiten verbunden. So dürfen beispielsweise Adressen der Befragten nicht offengelegt werden, um deren Privatsphäre zu schützen. Die Verarbeitung erfolgt daher ausschließlich in hochgesicherten Forschungsdatenzentren (FDZ). Zusätzlich erschweren unterschiedliche Datenformate, fehlende Standardisierung und verschiedene Zuständigkeiten die Integration. Zudem erfordert die Kombination von Befragungs- und Geodaten spezielles Fachwissen, etwa im Umgang mit Geoinformationssystemen, das nicht allen Sozialwissenschaftlern zur Verfügung steht.

Funktionalitäten des Geolinking Service SoRa

Der „Geolinking Service SoRa“ unterstützt Forschende umfassend bei der Auswahl, Verknüpfung und Analyse der Daten. Er übernimmt die komplexen technischen Schritte und erleichtert so die Nutzung interdisziplinärer Datensätze. Aktuell sind unter anderem die SOEP-Umfragedaten, Zensusdaten sowie Geodaten des IÖR-Monitors für Siedlungs- und Freiraumentwicklung integriert. Auch amtliche Geodaten des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) sind verfügbar.

  • Eine benutzerfreundliche Suchfunktion erleichtert die Auswahl passender Datensätze und Methoden.
  • Ein integrierter Dienst wandelt Adresslisten in Koordinaten um.
  • Jede Datenverknüpfung wird automatisch dokumentiert, um Nachvollziehbarkeit und Reproduzierbarkeit sicherzustellen.

Nutzungsmodi und Datenschutz

Der Dienst bietet zwei Nutzungsmodi:

  • Public Modus: Ermöglicht den Zugriff auf synthetische Wohnkoordinaten, die der realen räumlichen Verteilung nachempfunden sind, um Verknüpfungen vorab zu testen. Dieser Modus ist von zu Hause oder der eigenen Forschungseinrichtung aus nutzbar.
  • Private Modus: Bietet den Zugriff auf echte Wohnkoordinaten des SOEP innerhalb der gesicherten Umgebung des FDZ SOEP in Berlin, um datenschutzkonforme Analysen durchzuführen.

Technische und organisatorische Rahmenbedingungen

Der „Geolinking Service SoRa“ wurde mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Er ist als Open-Source-Lösung konzipiert und orientiert sich an den FAIR-Prinzipien, die eine Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit von Forschungsdaten gewährleisten. Das Angebot ist dauerhaft angelegt und Teil der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Die Betreuung und Weiterentwicklung erfolgt gemeinschaftlich durch GESIS, IÖR und SOEP/DIW Berlin. Perspektivisch ist vorgesehen, weitere Forschungsdatenzentren und Datenhalter in die Plattform zu integrieren.

Kontakt und weiterführende Informationen