Optimierung des Alley-Cropping durch gezielte Kombination von Bäumen und Nutzpflanzen

Optimierung des Alley-Cropping durch gezielte Kombination von Bäumen und Nutzpflanzen

Optimierung des Alley-Cropping durch gezielte Kombination von Bäumen und Nutzpflanzen

Bäume und Getreide im Alley-Cropping: Optimierung durch gezielte Pflanzenauswahl

Der Anbau von Nutzpflanzen wie Weizen, Gerste oder Roggen in Kombination mit Baumreihen kann ökologische Vorteile bieten, indem er das Ökosystem stärkt, den Boden schützt und die Biodiversität fördert. Allerdings konkurrieren die Pflanzen in sogenannten Alleenkulturen um Ressourcen, was die Erträge beeinträchtigen kann. Entscheidend für den Erfolg des Alley-Croppings ist daher die passende Auswahl der Pflanzenarten. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen untersuchte am Beispiel von Pappeln, wie sich die Konkurrenz zwischen Bäumen und Nutzpflanzen durch die Wahl von Winter- oder Frühjahrskulturen in Abhängigkeit vom Baumalter reduzieren lässt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Agronomy for Sustainable Development veröffentlicht.

Langzeitstudie an vier Standorten

Über einen Zeitraum von sechs Jahren wurden an vier Standorten in Thüringen, Brandenburg und Niedersachsen Ernteerträge in verschiedenen Abständen zu Pappel-Reihen gemessen. Die Pappeln wurden in einer Kurzumtriebsplantage bewirtschaftet, bei der die Bäume alle drei bis neun Jahre bis nahe zum Boden zurückgeschnitten werden. Die Analyse zeigte, dass Frühjahrskulturen auf Flächen mit Bäumen ab einem Alter von fünf Jahren Ertragsverluste zwischen 10 und 35 Prozent gegenüber baumfreien Flächen aufwiesen. Besonders stark waren diese Verluste bei Pflanzen, die weniger als vier Meter von den Baumreihen entfernt standen und somit im Schatten wuchsen.

Im Gegensatz dazu blieben die Erträge von Winterkulturen über den gesamten neunjährigen Wachstumszyklus der Bäume nahezu unverändert im Vergleich zu Flächen ohne Baumbestand. Zudem erhöhte sich die Holzproduktion der Pappeln nach dem zweiten Rückschnitt auf das Dreifache im Vergleich zu den ersten beiden Ernten.

Erklärungsansätze und Empfehlungen

Prof. Dr. Edzo Veldkamp von der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen erläutert: „Seit langem ist bekannt, dass Alley-Cropping das Wachstum und die Erträge von Nutzpflanzen beeinträchtigen kann. Andererseits zeigen manche Untersuchungen, dass Baumreihen bei ausreichendem Abstand die Pflanzen durch Windschutz begünstigen und so Feuchtigkeitsverluste reduzieren können, was Ertragsminderungen teilweise ausgleicht. Die scheinbar widersprüchlichen Befunde konnten bislang nicht zufriedenstellend erklärt werden, was die Entwicklung effizienter Anbaustrategien erschwerte.“

Dr. Sarah Choe, die die Studie im Rahmen ihrer Promotion leitete, ergänzt: „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Landwirte negative Schatteneffekte auf Frühjahrskulturen durch eine Begrenzung des Anbaus auf die ersten drei Jahre nach dem Baumschnitt minimieren können. Winterkulturen hingegen sind weniger schattenempfindlich und können während des gesamten Baumwachstumszyklus kultiviert werden. Zusammen mit der gesteigerten Holzproduktion nach dem zweiten Rückschnitt zeigt dies, dass Agroforstsysteme bei gezielter Kulturenwahl produktiver sein können als reine Ackerflächen.“

Kontaktinformationen der Wissenschaftler

  • Prof. Dr. Edzo Veldkamp
    Georg-August-Universität Göttingen
    Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
    Büsgenweg 2, 37077 Göttingen
    Telefon: 0551-397339
    E-Mail: eveldka@gwdg.de
    Website
  • Dr. Sarah Choe
    Georg-August-Universität Göttingen
    Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
    Büsgenweg 2, 37077 Göttingen
    E-Mail: sarah.choe@uni-goettingen.de

Publikation

Choe, S. et al. (2026): Optimizing crop types in temperate alley-cropping agroforestry depends on tree age. Agronomy for Sustainable Development. DOI: 10.1007/s13593-026-01149-z

Weiterführende Informationen

Pressemitteilung der Universität Göttingen mit Bildmaterial