Soziale Faktoren und neue Ansätze in der Katastrophenvorsorge nach der Flutkatastrophe 2021

Soziale Faktoren und neue Ansätze in der Katastrophenvorsorge nach der Flutkatastrophe 2021

Soziale Dimensionen im Katastrophenschutz: Erkenntnisse aus dem Projekt TransKat

Die Flutkatastrophe im Juli 2021 im Ahrtal und der Westeifel zählt zu den gravierendsten klimabedingten Ereignissen der jüngeren deutschen Geschichte. Neben den materiellen Schäden an Infrastruktur führten die Überschwemmungen zu erheblichen Beeinträchtigungen sozialer Strukturen, psychosozialen Belastungen und langfristigen Veränderungen im Leben der Betroffenen. Das Forschungsprojekt „Transformationswissen für die Katastrophenhilfe“ (TransKat), eine Kooperation der Hochschule Coburg und der Frankfurt University of Applied Sciences, analysiert die Bedeutung sozialer Faktoren für eine erfolgreiche Katastrophenvorsorge und -hilfe.

Fokus auf soziale Beziehungen und lokale Netzwerke

TransKat zeigt auf, dass soziale Beziehungen und lokale Netzwerke eine zentrale Rolle bei der Bewältigung von Katastrophen spielen. Die Projektleiterinnen Prof. Dr. Andrea Schmelz (HS Coburg) und Prof. Dr. Caroline Schmitt (Frankfurt UAS) betonen, dass neben materieller Unterstützung insbesondere psychosoziale Hilfen für vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder von Armut Betroffene essenziell sind.

Partizipative Forschung als Methode

Das Projekt verfolgt einen partizipativen Forschungsansatz, bei dem Fachkräfte, zivilgesellschaftliche Initiativen, Kulturschaffende und Betroffene gemeinsam in Workshops Erkenntnisse erarbeiten. Kunstbasierte Methoden werden eingesetzt, um Erfahrungen zu reflektieren, Selbstwirksamkeit zu fördern und gemeinschaftliche Strategien sichtbar zu machen.

Implikationen für zukünftige Katastrophenvorsorge

  • Katastrophenschutz muss künftig stärker soziale und psychosoziale Aspekte integrieren.
  • Soziale Arbeit spielt eine wichtige Vermittlerrolle zwischen Katastrophenschutz, Verwaltung und Zivilgesellschaft.
  • Die Einbindung von Katastrophenhilfe in die Aus- und Weiterbildung sozialer Fachkräfte soll intensiviert werden, um auf die Herausforderungen einer zunehmend von Krisen geprägten Gesellschaft vorbereitet zu sein.

Über das Projekt TransKat

TransKat ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der Hochschule Coburg und der Frankfurt University of Applied Sciences, gefördert von der VolkswagenStiftung. Ziel ist es, die Erfahrungen aus der Flutkatastrophe 2021 systematisch zu nutzen, um Katastrophenhilfe und -vorsorge sozialer und effektiver zu gestalten. Der Schwerpunkt liegt auf der Rolle der Sozialen Arbeit, partizipativen Forschungsansätzen sowie der Zusammenarbeit von Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft.

Kontaktinformationen

  • Prof. Dr. Andrea Schmelz
    Hochschule Coburg, Fakultät Soziale Arbeit
    Telefon: 09561 317-656
    E-Mail: andrea.schmelz@fra-uas.de
  • Prof. Dr. Caroline Schmitt
    Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit
    Telefon: +49 69 1533-2819
    E-Mail: caroline.schmitt@fra-uas.de