

Analyse urzeitlicher Holzkohle gibt Aufschluss über den Feuergebrauch früher Menschen
Ein internationales Forscherteam, an dem Prof. Dr. Brigitte Urban von der Leuphana Universität Lüneburg beteiligt war, veröffentlichte in der Fachzeitschrift Quaternary Science Reviews neue Erkenntnisse zum Leben von Homininen am Acheuléen-Fundplatz Gesher Benot Ya’aqov (GBY) in Israel.
Untersuchung von Holzkohlefragmenten
Die Wissenschaftler*innen analysierten circa 266 außergewöhnlich gut erhaltene Holzkohleproben und konnten dadurch nachvollziehen, wie vor etwa 780.000 Jahren verschiedene Pflanzenreste als Brennmaterial für Feuer genutzt wurden.
Gezielte Auswahl von Feuerholz
Die Ergebnisse zeigen, dass die Homininen am Ufer des prähistorischen Hula-Sees gezielt Treibholz sammelten. Zu den verwendeten Holzarten zählen Esche, Weide, Olivenbaum, Pistazie sowie Granatapfel – letzterer stellt den ältesten Nachweis dieser Art im Nahen Osten dar. Die Auswahl des Brennholzes orientierte sich maßgeblich am verfügbaren Angebot am Seeufer.
Bedeutung des Feuers im Alltag
Prof. Dr. Urban erläutert, dass Feuer eine zentrale Rolle im täglichen Leben der frühen Menschen einnahm. Es diente nicht nur zum Kochen, was durch das gemeinsame Vorkommen von Holzkohleresten, Fischknochen und verbrannten Feuerstein-Mikroartefakten belegt wird, sondern auch zum Schutz und zur Verarbeitung von Nahrungsmitteln.
Ressourcennutzung und Standortwahl
Die konstante Verfügbarkeit von Feuerholz war ein wesentlicher Faktor für die wiederholte Besiedlung des Seeufers durch die Homininen. Die Studie unterstreicht die fortgeschrittenen Fähigkeiten früher Menschen im Umgang mit Feuer und natürlichen Ressourcen.



