
Waldzustandserhebung 2025: Verbesserungen bei Buche und Fichte, stärkere Schäden bei Eiche
Die Waldzustandserhebung 2025 offenbart zwei wesentliche Entwicklungen: Die Hauptbaumarten in deutschen Wäldern zeigen aufgrund günstigerer Witterungsbedingungen eine leichte Erholung. Ausgenommen hiervon sind Eiche und Kiefer, die weiterhin erhebliche Schäden aufweisen. Langfristig betrachtet deutet der Trend jedoch darauf hin, dass sich die Vitalität der Bäume seit 2018 klimabedingt verschlechtert hat.
Aktuelle Befunde zur Vitalität der Baumarten
Die alljährliche Erhebung, durchgeführt vom Thünen-Institut für Waldökosysteme im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), dokumentiert eine differenzierte Entwicklung der Baumarten. Dr. Nicole Wellbrock, Leiterin der Untersuchung, betont, dass trotz der im Juli 2025 vermehrt aufgetretenen Niederschläge der Zustand der Wälder weiterhin unter dem Niveau vor der Dürreperiode 2018 bis 2020 liegt. Dies weist auf einen anhaltenden negativen Einfluss des Klimawandels auf die Waldgesundheit hin.
Die Datengrundlage der diesjährigen Erhebung basiert erstmals auf der Analyse von 46.531 Bäumen in einem Raster von 8×8 Kilometern – etwa viermal so viele wie in den Vorjahren. Insgesamt wurden 38 Baumarten erfasst, wobei 77 % auf die vier Hauptarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche entfallen. Stiel- und Traubeneiche werden dabei gemeinsam betrachtet.
Entwicklung der Kronenzustände und Vitalität
Im Jahr 2025 brachte ein trockener Frühling nur im Juli ausreichend Niederschlag, begleitet von wiederkehrenden Trockenperioden und Hitzewellen. Die südlichen Regionen Deutschlands profitierten von etwas mehr Regen im Frühjahr, was dort zu besseren Bedingungen für die Bäume führte. Der Befall durch Schädlinge bleibt weiterhin eine bedeutende Belastung.
- Die durchschnittliche Kronenverlichtung, ein Indikator für die Vitalität, lag 2025 bei 25,2 % und veränderte sich damit kaum gegenüber 25,7 % im Jahr 2024.
- Bei Buche und Fichte verbesserte sich die Kronenverlichtung leicht: Fichten verzeichneten einen Rückgang um zwei Prozentpunkte auf 25,2 %, Buchen eine Reduktion um fast drei Prozentpunkte auf 25,6 %. Diese Entwicklung ist vor allem auf eine geringere Fruchtbildung zurückzuführen.
- Die Kiefer zeigte eine leichte Verschlechterung mit einer Zunahme der Kronenverlichtung von 22,5 % auf 24,2 %, dem schlechtesten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen.
- Eichen wiesen mit 30,1 % die höchste Kronenverlichtung aller Hauptbaumarten auf, ein Anstieg gegenüber 29,3 % im Vorjahr und der höchste Wert seit 1984.
Anteil der Bäume mit deutlicher Kronenverlichtung bleibt hoch
Eine Kronenverlichtung von über 25 % gilt als deutlich und signalisiert eine erhebliche Beeinträchtigung der Vitalität. Der Anteil solcher Bäume stieg nach den Dürrejahren deutlich an und verharrt seitdem auf einem hohen Niveau von etwa 35 % (2025: 35 %).
- Bei Fichten lag der Anteil mit deutlicher Kronenverlichtung 2025 bei 38 % (2024: 39 %).
- Bei Buchen sank dieser Anteil von 46 % auf 38 %.
- Die Kiefer verzeichnete einen Anstieg von 24 % auf 31 %.
- Die Eiche blieb mit 51 % auf dem Niveau des Vorjahres, wobei bei über 60-jährigen Eichen sogar 59 % deutliche Kronenverlichtungen aufweisen.
Die anhaltenden Schäden bei Eichen werden unter anderem auf den Befall durch den Eichenprachtkäfer und weitere Eichenfraßgesellschaften zurückgeführt.
Absterberate der Bäume und forstliche Nutzung
Eine positive Entwicklung zeigt sich bei der Absterberate: 2025 war erstmals seit 2017 die geplante forstliche Nutzung der häufigste Grund für den Baumverlust im Ökosystem. Die natürliche Absterberate sank von 0,86 % auf 0,29 %.
Kontakt für wissenschaftliche Rückfragen
Thünen-Institut für Waldökosysteme
Dr. Nicole Wellbrock
E-Mail: nicole.wellbrock@thuenen.de




