Wenn Energie Gesellschaft prägt: Professorin der Hochschule Merseburg erforscht die soziale Dimension der Ene



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25.02.2026 14:20

Wenn Energie Gesellschaft prägt: Professorin der Hochschule Merseburg erforscht die soziale Dimension der Ene

Die Energiewende verändert nicht nur, wie wir Strom erzeugen und nutzen. Sie prägt, wie wir leben, arbeiten und miteinander umgehen. Technisch komplex, politisch umkämpft und gesellschaftlich relevant, ist sie eines der größten Transformationsprojekte unserer Zeit. Wie tiefgreifend Energiesysteme unseren Alltag, unsere Wirtschaft und unser Zusammenleben prägen, zeigt die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. habil. Katja Müller, Heisenberg-Professorin für Technologie, Ethik und Gesellschaft an der Hochschule Merseburg, in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Unter Strom: Wie Energie Gesellschaft formt“.

Praxisnahe Forschung an der Schnittstelle von Technik, Gesellschaft und Ethik

In ihrer sozialwissenschaftlichen und interdisziplinären Forschung untersucht Katja Müller Transformations- und Entscheidungsprozesse im Zuge technischer Umstellungen – insbesondere im Energiesektor. Im Zentrum stehen Fragen wie: Wie gelingt der Ausstieg aus fossilen Energieträgern? Welche Rolle spielen Digitalisierung und neue Infrastrukturen? Wie gestalten wir unser Energiesystem gerecht, fair und sicher?

„Technische Systeme funktionieren nicht im luftleeren Raum, sondern stehen in Wechselbeziehungen: Der Mensch entwickelt Technik bewusst und setzt sie gezielt ein. Gleichzeitig wirkt Technik auf soziale Praktiken, politische Aushandlungen und ethische Fragen. Deshalb müssen wir verstehen, wie technische Sachsysteme als Teil soziotechnischer Zusammenhänge entstehen, genutzt werden und welche Wirkungen sie entfalten. Dies ist nicht zuletzt angesichts aktueller Veränderungen im Energiebereich sowie der zunehmenden Digitalisierung und datenbasierten Durchdringung vieler Lebensbereiche von Relevanz“, betont Müller.

Ein Schwerpunkt ihrer aktuellen Forschung kombiniert Fragen der Digitalisierung mit denen der Energiewende. Sie untersucht, wie Digitalisierung und Netzsteuerung zusammenhängen und unter welchen Bedingungen Energieerzeugung, Netzausbau und Strommärkte von automatisierten Systemen gesteuert und beeinflusst werden. Dabei richtet Müller den Blick besonders auf die gesellschaftlichen und ethischen Spannungsfelder technischer Entwicklungen: Wer profitiert von diesen Technologien? Wer trägt Risiken? Und müssen oder sollten wir alles umsetzen, nur weil es technisch möglich ist?

Buch beleuchtet Energie als gesellschaftliche Schlüsselkategorie

Diese Perspektiven bündelt Katja Müller nun in ihrem Buch „Unter Strom: Wie Energie Gesellschaft formt“. Ausgangspunkt ist eine wachsende Verunsicherung gegenüber Energiesystemen und ihren Auswirkungen. Müller analysiert das deutsche Stromsystem als soziotechnischen Prozess und betrachtet dabei gesellschaftliche Herausforderungen.

Anhand von sechs zentralen Bereichen – Stromnetzen, Kohle, Windenergie, Solarenergie, Gas und Digitalisierung – untersucht sie Einstellungen, Praktiken und Veränderungsprozesse am Beispiel Ostdeutschlands.

Mit dem Sachbuch macht Katja Müller nicht nur ihre Forschungsergebnisse einem breiteren Publikum zugänglich, sondern leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte über die Gestaltung einer gerechten und zukunftsfähigen Energieversorgung.

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Hintergrund:

Katja Müller wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im renommierten Heisenberg-Programm gefördert – erstmals konnte damit 2024 eine Heisenberg-Professur an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Sachsen-Anhalt eingeworben werden. Die Heisenberg-Professur ist Teil des Heisenberg-Programms und dient der individuellen Förderung herausragender Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit wegweisenden und zukunftsträchtigen Forschungsthemen.

Mit ihrer Professur stärkt die Hochschule Merseburg gezielt die Verbindung der beiden Profillinien „Digitaler Wandel“ und „Nachhaltige Prozesse“ und positioniert sich in der Erforschung gesellschaftlicher Dimensionen von Energie- und Transformationsprozessen – ein Thema von hoher Relevanz für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.


Bilder

Prof. Dr. habil. Katja Müller hat die Heisenberg-Professur für Technologie, Ethik und Gesellschaft an der Hochschule Merseburg inne

Prof. Dr. habil. Katja Müller hat die Heisenberg-Professur für Technologie, Ethik und Gesellschaft a
Quelle: Thomas Kauroff
Copyright: Thomas Kauroff


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Energie, Gesellschaft, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
Deutsch


 

Quelle: IDW