
Erfolgsfaktoren regionaler Bio-Netzwerke in Berlin und Brandenburg
Das Verbundprojekt RegBio2B widmete sich der Untersuchung regionaler Bio-Wertschöpfungsnetzwerke in Berlin und Brandenburg mit dem Ziel, deren Stärkung und nachhaltigen Ausbau zu fördern. Im Fokus standen dabei die sozialen Beziehungen und die stofflichen Kreisläufe innerhalb der Region.
Methodik und Erkenntnisse
Über einen Zeitraum von drei Jahren begleiteten die Projektpartner vier regionale Bio-Netzwerke. Dabei wurden umfangreiche Interviews, Betriebsbesuche und Workshops durchgeführt, um die Zusammenarbeit der Akteure und die regionalen Wertschöpfungsprozesse detailliert zu analysieren.
Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass der Erfolg regionaler Bio-Netzwerke maßgeblich von starken sozialen Bindungen abhängt. Die Qualität der Kooperation sowie die Nähe zwischen den Beteiligten beeinflussen, welche Produkte regional bezogen, verarbeitet und weitergegeben werden. Wesentliche Grundlagen für eine belastbare und funktionierende Wertschöpfung bilden Vertrauen, kontinuierliche Kommunikation, gemeinsame Werte und die Berücksichtigung der Interessen aller Netzwerkpartner.
Praxisorientierte Umsetzungshilfen
Die umfassenden Resultate sind im Abschlussbericht des Projekts dokumentiert. Zur Unterstützung anderer regionaler Netzwerke wurde eine „Checkliste für Netzwerkarbeit in regionalen (Bio-)Netzwerken“ entwickelt. Dieses Instrument richtet sich an Akteure bundesweit, die ihre Netzwerkarbeit reflektieren und weiterentwickeln möchten.
Die Checkliste verzichtet auf starre Handlungsvorgaben und bietet stattdessen Leitfragen, Denkanstöße sowie praxisnahe Beispiele. Sie behandelt verschiedene Themenbereiche, angefangen bei den Grundlagen der Netzwerkarbeit über interne Betriebskultur und Ressourcenmanagement bis hin zu Markt- und Sortimentsgestaltung. Ziel ist es, Betriebe zu befähigen, ihre individuelle Situation zu analysieren, neue Perspektiven einzunehmen und geeignete Ansatzpunkte für nachhaltige zwischenmenschliche und organisatorische Kooperationen zu identifizieren.
Das Dokument steht Interessierten auf der Projektwebseite sowie über die Webseite der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) zum Download zur Verfügung.
Projektbeteiligte und Förderung
- Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) – Koordination
- Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e. V. (FÖL)
- Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte an der Humboldt-Universität Berlin (IASP)
- Institut für Tierernährung an der Freien Universität Berlin (ITE)
Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) unterstützte das Projekt im Rahmen des „Bundesprogramms Ökologischer Landbau“ von September 2023 bis August 2026 finanziell.
Kontakt und weiterführende Informationen
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Benedikt Hoppe
Programmbereich 3 „Agrarlandschaftssysteme“
Telefon: +49 (0) 33432 82-267
E-Mail: benedikt.hoppe@zalf.de
Weitere Informationen und Download der Checkliste:
https://regbio2b.de/material-ressourcen/#Checkliste


