Neues Verfahren wandelt Urin und Asche in nachhaltige Rohstoffe um

Neues Verfahren wandelt Urin und Asche in nachhaltige Rohstoffe um

Neues Verfahren wandelt Urin und Asche in nachhaltige Rohstoffe um

Ein Forschungsteam der Universität des Saarlandes hat ein innovatives Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, die Abfallstoffe Urin und Asche in wertvolle Rohstoffe umzuwandeln. Ziel ist es, die in diesen Materialien enthaltenen Elemente Stickstoff, Phosphor, Calcium und Magnesium nutzbar zu machen, die als Grundstoffe für viele Düngemittel von großer Bedeutung sind. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Bioengineering“ veröffentlicht.

Herausforderungen und Potenziale von Urin und Asche

Urin und Asche gelten bislang als unerwünschte Abfallprodukte, die in großen Mengen anfallen und Umweltprobleme verursachen. Insbesondere Urin aus intensiver Tierhaltung trägt durch Stickstoff- und Phosphorverbindungen zur Belastung von Böden und Grundwasser bei. Holzasche wird häufig auf Deponien entsorgt. Gleichzeitig enthalten beide Stoffe wertvolle chemische Komponenten, die in Landwirtschaft und Industrie als Rohstoffe gefragt sind.

Das „Urinash-Verfahren“ zur Rohstoffrückgewinnung

Unter Leitung von Professor Claus Jacob, Bioorganische Chemie an der Universität des Saarlandes, wurde das sogenannte „Urinash-Verfahren“ entwickelt. Dieses kombiniert biologische und chemische Methoden, um Urin und Asche in nutzbare Produkte umzuwandeln. Im Fokus stehen dabei die Erzeugung von grünem Ammoniak sowie Calciumphosphat. Grüner Ammoniak kann als klimafreundlicher Energieträger und Ausgangsstoff für Düngemittel dienen, während Calciumphosphat vielfältige Anwendungen in Landwirtschaft, Medizin und Materialwissenschaften findet.

Praktische Umsetzung und Zukunftsperspektiven

Das Forschungsteam untersucht neben der technischen Machbarkeit auch Aspekte der Sammlung, des Transports und der industriellen Verarbeitung der Ausgangsmaterialien. Die Skalierbarkeit des Verfahrens steht ebenfalls im Fokus der Untersuchungen.

Professor Jacob betont die Bedeutung des Verfahrens für eine nachhaltige Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft in der Region. Durch die Nutzung regional verfügbarer Abfallströme könnten Umweltbelastungen reduziert und der Bedarf an energieintensiv produziertem „grauem“ Ammoniak gesenkt werden. Dies würde zudem den Abbau von Phosphat-Lagerstätten verringern und somit Umweltschäden minimieren.

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