Fortschritte in der Migräneprävention: Neue Therapien verbessern Lebensqualität



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27.02.2026 09:03

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Plötzlich gesund

Fortschreitende Naturerkenntnis, ganz allgemein gesprochen, ‚Wissenschaft‘, ist der stärkste Feind des medizinischen Wunders. Was unseren Vorfahren als Wunder erschien, was einfache Naturvölker heute noch in heftige Erregung versetzt, das berührt den zivilisierten Menschen längst nicht mehr.
Doch es gibt einen Gegensatz, der jedem Denkenden sofort auffällt: der unerhörte, durchaus nicht abgeschlossene Aufstieg der wissenschaftlichen Heilkunde und die ebenso unerhörte Zunahme der Laienbehandlung und der Kurpfuscherei. Man schätzt die Zahl der Menschen, die der Schulmedizin kein Vertrauen schenken, auf immerhin 50 Prozent.
Wie kann es sein, daß Laienbehandler und Kurpfuscher immer wieder spektakuläre Erfolge aufweisen, von denen die Sensationspresse berichtet?
Der Autor geht dieser Frage nach und kommt zu interessanten Erkenntnissen, aus denen er Vorschläge für eine bessere Krankenbehandlung durch seine ärztlichen Standesgenossen ableitet.

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Fortschritte in der Migräneprävention: Neue Therapien verbessern Lebensqualität

Migräne beeinträchtigt die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit von rund 1,2 Milliarden Menschen weltweit. Ein internationales Forschungsteam berichtet nun in „Lancet Neurology“ über die Fortschritte in der Vorbeugung von Migräneattacken.

„Während früher vor allem Medikamente eingesetzt wurden, die ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt wurden, stehen seit etwa acht Jahren gezielt gegen Migräne entwickelte Therapien zur Verfügung“, erklärt Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und ehemaliger Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikums Essen. Die Forschenden stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Patient:innen diesen neuen, migränespezifischen Therapien häufiger langfristig treu bleiben als älteren, unspezifischen Behandlungen, da die neuen Therapien besser vertragen werden. Auch Menschen, bei denen frühere vorbeugende Therapien nicht ausreichend gewirkt haben, profitieren oft von den neuen Wirkstoffen.

Beschwerdefreiheit als Ziel
Noch werden präventive Behandlungen eher selten eingesetzt. Dabei haben sich besonders sogenannte CGRP-gerichtete Medikamente (gegen das „Calcitonin Gene-Related Peptide“) als wirksam und gut verträglich erwiesen. Bei vielen Betroffenen sinkt die Zahl der Migränetage pro Monat deutlich. Derzeit gilt es als Erfolg, wenn sich die Migränetage pro Monat um mindestens 50 Prozent reduzieren, bei chronischer Migräne um 30 Prozent. Langfristig zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab: Statt einer 50-prozentigen Reduktion der Migränetage ist das Ziel eine weitgehende Beschwerdefreiheit für die Patient:innen.

„Die stärkere Nutzung wirksamer medikamentöser und nicht-medikamentöser Präventionen könnte dazu beitragen, Migräne langfristig besser zu kontrollieren, das Risiko einer Chronifizierung zu senken und die Lebensqualität vieler Betroffener spürbar zu verbessern“, so Prof. Diener.

Weiterhin Forschungsbedarf
Trotz großer Fortschritte bestehen noch wichtige Wissenslücken, stellen die Autor:innen fest. Ein Teil der Patient:innen spricht nicht ausreichend auf die verfügbaren vorbeugenden Therapien an. „Das deutet darauf hin, dass bei Migräne unterschiedliche biologische Signalwege beteiligt sind und weitere therapeutische Zielstrukturen und Biomarker erforscht werden müssen“, so Prof. Diener.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Hans-Christoph Diener


Originalpublikation:

Advances in migraine prevention. Lancet Neurol. 2026 Mar;25(3):279-293. doi: 10.1016/S1474-4422(25)00477-6. PMID: 41722594. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1474442225004776


Weitere Informationen:

https://www.uni-due.de/med/meldung.php?id=1893


Bilder


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch


 

Quelle: IDW