Gestörte Dopamin-Verpackung treibt Parkinson-Krankheitsbild voran



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02.03.2026 11:03

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Plötzlich gesund

Fortschreitende Naturerkenntnis, ganz allgemein gesprochen, ‚Wissenschaft‘, ist der stärkste Feind des medizinischen Wunders. Was unseren Vorfahren als Wunder erschien, was einfache Naturvölker heute noch in heftige Erregung versetzt, das berührt den zivilisierten Menschen längst nicht mehr.
Doch es gibt einen Gegensatz, der jedem Denkenden sofort auffällt: der unerhörte, durchaus nicht abgeschlossene Aufstieg der wissenschaftlichen Heilkunde und die ebenso unerhörte Zunahme der Laienbehandlung und der Kurpfuscherei. Man schätzt die Zahl der Menschen, die der Schulmedizin kein Vertrauen schenken, auf immerhin 50 Prozent.
Wie kann es sein, daß Laienbehandler und Kurpfuscher immer wieder spektakuläre Erfolge aufweisen, von denen die Sensationspresse berichtet?
Der Autor geht dieser Frage nach und kommt zu interessanten Erkenntnissen, aus denen er Vorschläge für eine bessere Krankenbehandlung durch seine ärztlichen Standesgenossen ableitet.

Hier geht es weiter …

Gestörte Dopamin-Verpackung treibt Parkinson-Krankheitsbild voran

Eine neue Studie zeigt, wie gestörte Verpackung des Botenstoffs Dopamin in Nervenzellen toxische Prozesse auslöst – und wie einfache Energie-Gabe (ATP) diese reparieren kann.

Parkinson zerstört schrittweise Dopamin-produzierende Nervenzellen in einem bestimmten Bereich des Mittelhirns, was Zittern, Steifheit und Bewegungsstörungen verursacht. Zwei zentrale Merkmale sind die Ansammlung des Eiweißes α-Synuclein zu Lewy-Körperchen und der Verlust von Nervenzellen mit dem Botenstoff Dopamin. „Dopamin oxidiert zu giftigen Stoffen und schädigt die Nervenzellen nachhaltig, wenn es nicht richtig in kleine Bläschen, sogenannte Vesikel, verpackt wird – doch die Ursache für eine solch gestörte Dopamin-Verpackung war bislang unklar“, sagt Lena Burbulla, Professorin für Stoffwechselbiochemie an der medizinischen Fakultät der LMU und Mitglied im Exzellenzcluster SyNergy. Sie ist Leiterin einer kürzlich im Fachmagazin Science Advances veröffentlichten Studie.

Nervenzellen aus Stammzellen unter die Lupe genommen

Die Forschenden verwandelten darin induzierte pluripotenten Stammzellen (iPSCs) eines Parkinson-Patienten mit einer Veränderung im DJ-1-Gen sowie gentechnisch veränderte iPSCs, denen das Gen DJ-1 fehlt, in Nervenzellen. „Der Mangel an DJ-1 führt zu Energieproblemen, die in vielen Varianten von Parkinson vorkommen“, erklärt Burbulla. Mit hochpräziser Protein-Analyse (Proteomik), modernster Bildgebung und empfindlichen Dopamin-Sensoren deckte das Forschungsteam auf, wie Dopamin in den Zellen falsch „verpackt“ wird.

Dopamin wird zum Zellgift

Das Protein VMAT2, das für die sichere Verpackung von Dopamin in Vesikel verantwortlich ist, funktioniert nicht richtig in Parkinson-Nervenzellen: Es nimmt zu wenig Dopamin auf – zum Einen, weil Energie in Form von ATP (Adenosintriphosphat) – dem universellen Energieträger in Zellen – fehlt; zum Anderen, da zu wenig VMAT2 von der Zelle hergestellt wird. Dadurch oxidiert Dopamin letztendlich zu Giftstoffen. Entscheidend ist dabei auch, dass fehlgefaltetes α-Synuclein Protein sich anhäuft – wahrscheinlich eine Folge des oxidierten Dopamins, welches Proteine binden und deren Akkumulation fördern kann. Wie die Forschenden zeigen konnten, reparierte eine einfache ATP-Gabe die Verpackung von Dopamin und stoppte die Schäden.

Therapeutisches Potenzial der Dopamin-Verpackung

„Diese Entdeckung verbindet Energie-Mangel mit Dopamin-Verpackung und Nervenzell-Vulnerabilität – ein neuer Mechanismus für Parkinson“, sagt Burbulla. Sie zeige, dass intaktes VMAT2 und sichere Dopamin-Verpackung zentrale Schutzfaktoren für Mittelhirn-Nervenzellen sind und deren Erhalt die Pathologie bremsen könnte. „iPSC-basierte Krankheitsmodellierung ermöglicht zukünftige Therapietests direkt in Patientenzellen und beschleunigt die Translation von Labor zu Klinik.“


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Lena Burbulla
Lehrstuhl Stoffwechselbiochemie
Biomedizinisches Centrum
Ludwig-Maximilians-Universität München
Tel.: +49 89 4400-46493
E-Mail: Lena.Burbulla@mail03.med.uni-muenchen.de


Originalpublikation:

Leonie Heger et al.: VMAT2 dysfunction impairs vesicular dopamine uptake, driving its oxidation and α-synuclein pathology in DJ-1–linked Parkinson’s neurons. Science Advances 2026.
https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adz5645


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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Biologie, Chemie, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch


 

Quelle: IDW