Magdeburger Forschungsteam entdeckt wichtige Schaltstelle für das Überleben von Zellen



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13.05.2024 10:27

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Plötzlich gesund

Fortschreitende Naturerkenntnis, ganz allgemein gesprochen, ‘Wissenschaft’, ist der stärkste Feind des medizinischen Wunders. Was unseren Vorfahren als Wunder erschien, was einfache Naturvölker heute noch in heftige Erregung versetzt, das berührt den zivilisierten Menschen längst nicht mehr.
Doch es gibt einen Gegensatz, der jedem Denkenden sofort auffällt: der unerhörte, durchaus nicht abgeschlossene Aufstieg der wissenschaftlichen Heilkunde und die ebenso unerhörte Zunahme der Laienbehandlung und der Kurpfuscherei. Man schätzt die Zahl der Menschen, die der Schulmedizin kein Vertrauen schenken, auf immerhin 50 Prozent.
Wie kann es sein, daß Laienbehandler und Kurpfuscher immer wieder spektakuläre Erfolge aufweisen, von denen die Sensationspresse berichtet?
Der Autor geht dieser Frage nach und kommt zu interessanten Erkenntnissen, aus denen er Vorschläge für eine bessere Krankenbehandlung durch seine ärztlichen Standesgenossen ableitet.

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Magdeburger Forschungsteam entdeckt wichtige Schaltstelle für das Überleben von Zellen

Neuartiger Ansatzpunkt über die Fehlregulation des programmierten Zelltodes in Krebszellen entdeckt

Die Arbeitsgruppe Translationale Entzündungsforschung (AG TEF) unter der Leitung von Prof. Dr. Inna Lavrik von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat einen vielversprechenden Ansatzpunkt für die Entwicklung gezielterer Krebstherapien identifiziert. In einer aktuellen Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Oncogene, haben die Forschenden eine spezifische Proteinveränderung an dem Protein Procaspase-8 aufgedeckt, welches im Prozess des programmierten Zelltods von großer Bedeutung ist. Dieser Prozess ist essenziell, um nutzlose, alte und gefährliche Zellen zu eliminieren, ist aber bei Krebserkrankungen oft gestört. Die entdeckte Proteinmodifikation, bzw. deren Mutationen, könnte ein vielversprechender Ansatz für die Identifizierung zielgerichteter Medikamente in der Krebstherapie sein.

Das Forschungsteam um den Erstautor Fabian Wohlfromm konzentrierte sich auf das Protein Procaspase-8, einen zentralen Regulator des programmierten Zelltods. Durch ihre Arbeit konnten sie nachweisen, dass Procaspase-8 einer Methylierung unterliegt, das heißt einer chemischen Änderung der Struktur des Proteins, bei der Methylgruppen an Reste der Aminosäure Arginin angehängt werden. Diese Entdeckung ist von enormer Bedeutung, da sie zeigt, dass diese Methylierung nicht nur die biologische Aktivität von Proteinen modulieren kann, sondern auch an Signalwegen des programmierten Zelltods beteiligt ist.

Professorin Lavrik betont: „Unsere Studie liefert die ersten Beweise dafür, dass Arginin-Methylierungen an der Regulation des programmierten Zelltods beteiligt sind. Dies eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Entwicklung gezielter Therapien, die speziell auf Krebszellen abzielen und sie gezielt zerstören können, ohne gesunde Zellen zu schädigen.“

Laut Lavrik spielt DNA-Methylierung bereits eine wichtige Rolle in der medizinischen Forschung. Erste Studien deuten darauf hin, dass die Hemmung von Protein-Methylierung, besonders bei Krebs, vielversprechende Behandlungsansätze bieten könnte. Die neuen Erkenntnisse ihrer Forschungsgruppe zeigen, dass die Methylierung von Proteinen, insbesondere von solchen wie Procaspase-8, die für den programmierten Zelltod relevant sind, entscheidend für das Verständnis von Krankheiten und die Entwicklung neuer Therapien ist.

Die Forschung der AG TEF wird im Rahmen des Forschungszentrums Dynamische Systeme (CDS) und des Magdeburg Center of Systems Biology (MACS) durchgeführt, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und des Max-Planck-Instituts für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg gemeinsam komplexe dynamische Systeme untersuchen. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht es, komplexe biologische Prozesse wie den programmierten Zelltod besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln.

Foto (v.l.): M. Sc. Fabian Wohlfromm; M. Sc. Corinna König (vorne); Prof. Dr. Inna Lavrik, Leiterin der AG Translationale Entzündungsforschung an der Universität Magdeburg. Fotograf: privat


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Inna Lavrik, Leiterin AG Translationale Entzündungsforschung, Forschungszentrum Dynamische Systeme (CDS), Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: +49 391 67-54767, inna.lavrik@med.ovgu.de


Originalpublikation:

Arginin methylation of caspase-8 controls life/death decisions in extrinsic apoptotic networks, in: Oncogene, DOI: https://doi.org/10.1038/s41388-024-03049-6


Bilder

Forschungsteam der AG Translationale Entzündungsforschung der Universität Magdeburg

Forschungsteam der AG Translationale Entzündungsforschung der Universität Magdeburg
privat
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
Biologie, Medizin
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
Deutsch


 

Quelle: IDW