Roboteroperation ohne riskante Knochenpins – Neue Technologie vom Medizin-Campus Homburg



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28.08.2025 09:39

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Plötzlich gesund

Fortschreitende Naturerkenntnis, ganz allgemein gesprochen, ‚Wissenschaft‘, ist der stärkste Feind des medizinischen Wunders. Was unseren Vorfahren als Wunder erschien, was einfache Naturvölker heute noch in heftige Erregung versetzt, das berührt den zivilisierten Menschen längst nicht mehr.
Doch es gibt einen Gegensatz, der jedem Denkenden sofort auffällt: der unerhörte, durchaus nicht abgeschlossene Aufstieg der wissenschaftlichen Heilkunde und die ebenso unerhörte Zunahme der Laienbehandlung und der Kurpfuscherei. Man schätzt die Zahl der Menschen, die der Schulmedizin kein Vertrauen schenken, auf immerhin 50 Prozent.
Wie kann es sein, daß Laienbehandler und Kurpfuscher immer wieder spektakuläre Erfolge aufweisen, von denen die Sensationspresse berichtet?
Der Autor geht dieser Frage nach und kommt zu interessanten Erkenntnissen, aus denen er Vorschläge für eine bessere Krankenbehandlung durch seine ärztlichen Standesgenossen ableitet.

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Roboteroperation ohne riskante Knochenpins – Neue Technologie vom Medizin-Campus Homburg

Wissenschaftler der Universität des Saarlandes am Campus Homburg haben ein neues robotergestütztes Verfahren für die Endoprothetik entwickelt: Bei Operationen wie dem Einsetzen von Knieprothesen kann künftig auf riskante Knochenpins und externe Infrarotkameras verzichtet werden. Orthopädische Eingriffe damit sicherer und schonender zu gestalten, das ist das Ziel des Teams um Stefan Landgraeber, Professor für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie der Universität des Saarlandes und Klinikdirektor am Universitätsklinikum, sowie seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Philipp Winter.

Bislang setzen Operationsroboter in der Orthopädie und Unfallchirurgie sogenannte „Knochenpins“ ein. Diese etwa 3,2 Millimeter dicken Stifte werden direkt im Knochen verankert, um über ein Infrarotsystem die genaue Position im Körper zu bestimmen. Die Methode birgt jedoch Risiken wie Knochenbrüche oder Verletzungen von Muskeln und Weichteilen. Das neue Verfahren kommt ohne solche Pins und externe Kamerasysteme aus. Stattdessen nutzt der Roboter seine eigene Sensorik: Durch gezieltes Anfahren und Abtasten einer definierten Struktur – etwa eines Knochens oder einer Prothese – kann er die räumliche Lage erfassen und daraus ein dreidimensionales Modell des Operationsbereichs erstellen. Unterstützt wird dieser Prozess durch Röntgenbilder in zwei Ebenen.

„Unser Roboter kann den Operationsbereich eigenständig abtasten und ein exaktes 3D-Modell erzeugen“, erklärt Prof. Dr. Landgraeber. „Das ermöglicht eine präzise Navigation und Platzierung von Schrauben und Bohrungen – ganz ohne externe Referenzsysteme.“ Der entscheidende Vorteil: Das interne Koordinatensystem des Roboters bestimmt die Lagebeziehung zum Operationsobjekt und ersetzt somit das externe Infrarotsystem. Die neue Technologie ist bereits zum Patent angemeldet. Unterstützt hat dabei das Team von „Triathlon – Ökosystem für Entrepreneurship, Innovation und Transfer an der Universität des Saarlandes“, das auch die Verwertung begleitet.

Mit dem neuen Verfahren tragen die Forscher wesentlich dazu bei, robotergestützte Verfahren in der Medizin weiterzuentwickeln. Die zunehmende Automatisierung kann nicht nur die Qualität der chirurgischen Versorgung verbessern, sondern wirkt auch dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen entgegen. Gerade in der Endoprothetik, wo eine lange Ausbildungszeit erforderlich ist, könnte das Verfahren helfen, Eingriffe künftig effizienter und sicherer durchzuführen.

Über Triathlon:

Bereits seit 1995 unterstützt die Universität des Saarlandes systematisch Gründerinnen und Gründer aus der Wissenschaft. Diese langjährige Erfahrung wurde 2023 mit „Triathlon – Ökosystem für Entrepreneurship, Innovation und Transfer“ unter einem gemeinsamen Dach gebündelt. Triathlon bietet eine breite Unterstützung und Begleitung von Gründungs-, Technologie- oder Wissenstransferideen und überführt diese in die wirtschaftliche und operative Umsetzung. In den vergangenen Jahrzehnten wurden über 550 Unternehmensgründungen mit gut 4000 Arbeitsplätzen aus der Universität heraus begleitet. Im Durchschnitt betreut das Triathlon-Team rund 120 Gründungsvorhaben pro Jahr, aus denen circa 30 Gründungen resultieren. Info: www.uds-triathlon.de


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Stefan Landgraeber
Universitätsklinikum des Saarlandes/Universität des Saarlandes
Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
Tel.: 06841 16-24500
Mail: stefan.landgraeber@uks.eu

Dr. med. Philipp Winter
Tel.: 06841 16-24520
Mail: philipp.winter@uks.eu


Weitere Informationen:

https://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/landgraeber


Bilder

Stefan Landgraeber, Professor für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie der Universität des Saarlandes und Klinikdirektor am Universitätsklinikum des Saarlandes

Stefan Landgraeber, Professor für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie der Universität des Saarlan
Quelle: Laura Glücklich
Copyright: UKS


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
Elektrotechnik, Maschinenbau, Medizin
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
Deutsch


 

Quelle: IDW