Späte Ankunft der neuseeländischen Doppelband-Regenpfeifer in Australien durch Klimawandel

Späte Ankunft der neuseeländischen Doppelband-Regenpfeifer in Australien durch Klimawandel

Neuseeländische Doppelband-Regenpfeifer erreichen Australien zunehmend später

Untersuchungen auf Basis von Citizen-Science-Daten zeigen, dass die neuseeländischen Doppelband-Regenpfeifer nach ihrer Herbstmigration im Durchschnitt jährlich etwa vier Tage später in Australien eintreffen. Diese Verschiebung hat zur Folge, dass sich die geschätzte Aufenthaltsdauer der Vögel in den australischen Überwinterungsgebieten innerhalb eines Jahrzehnts um rund 25 % verkürzt hat.

Hintergründe und mögliche Ursachen

Die Veränderung im Zugverhalten wird vermutlich durch den Klimawandel beeinflusst. Insbesondere eine Verschiebung der Westwinde im Südlichen Ozean führt zu milderen Wintern in Neuseeland, was das Zugmuster der Vögel beeinflusst. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, besteht die Gefahr, dass die Migration der Doppelband-Regenpfeifer nahezu vollständig entfällt und die meisten Tiere das ganze Jahr über in Neuseeland verbleiben.

Lebensraum und Zugverhalten

Doppelband-Regenpfeifer sind in Neuseeland endemisch und bevorzugen offene Strände, kiesige Flussbetten sowie vulkanische Plateaus als Brutgebiete. Während ein Teil der Population ganzjährig in Neuseeland bleibt, unternehmen etwa 70 % eine ungewöhnliche Wanderung: Sie fliegen nicht nach Norden, sondern westwärts über die Tasmanische See und legen dabei fast 3.000 Kilometer zurück, um in Australien zu überwintern.

Studienergebnisse und Methodik

Eine aktuelle Studie der Abteilung Ornithologie am Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz (MPI-BI) analysierte Beobachtungsdaten von 2014 bis 2025, die auf der Plattform eBird gesammelt wurden. Die Auswertung zeigte, dass die Ankunftszeit in Australien sich jährlich um durchschnittlich vier Tage verzögerte, während der Rückflug nach Neuseeland im Frühjahr zeitlich konstant blieb. Daraus resultiert eine um etwa ein Viertel reduzierte Aufenthaltsdauer in den Überwinterungsgebieten.

Die Forscher teilten das australische Überwinterungsgebiet in Flächen von circa 23.000 km² auf und werteten die Sichtungszahlen aus, um Ankunfts- und Abflugzeiten zu bestimmen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank von 173 Tagen im Jahr 2014 auf 129 Tage im Jahr 2025. Ein Vergleich mit dem „Southern Annular Mode“ – einem Klimaindex für die Region – ergab, dass spätere Ankünfte mit milderen Wetterbedingungen in Neuseeland korrelieren.

Folgen für die Population und zukünftige Forschung

Der Erstautor Bashar Jarayseh weist darauf hin, dass die Migration für die Vögel mit Risiken verbunden ist, die durch eine verkürzte Aufenthaltsdauer in Australien nicht ausgeglichen werden. Dies könnte langfristig zum Verlust des Zugverhaltens führen und die Population anfälliger für extreme Wetterereignisse machen.

Die Forscher planen, einzelne Vögel mit Satellitensendern, Datenloggern und Farbringen zu verfolgen, um Veränderungen im Zugverhalten genauer zu untersuchen. Ziel ist es, zu klären, ob einzelne Individuen ihre Migrationszeitpunkte anpassen oder ganzjährig in Neuseeland verbleiben.

Bart Kempenaers, Leiter der Abteilung Ornithologie am MPI-BI, betont die Bedeutung dieser Erkenntnisse für den Artenschutz, da der Doppelband-Regenpfeifer durch eingeschleppte Raubtiere in Neuseeland bereits bedroht ist. Ein besseres Verständnis der Auswirkungen des Klimawandels auf die Zugmuster könnte helfen, Schutzmaßnahmen gezielter zu gestalten.

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