
Mehr als 400 Vorschläge für die Mobilitätsentwicklung in Salzburg
Im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Gemeinsam bewegen wir Salzburg Richtung Mobilitätszukunft 2040“ wurden über die Plattform IdeaSpace, betrieben von Salzburg Research, mehr als 400 Beiträge von Bürgerinnen und Bürgern gesammelt. Der Wettbewerb wurde im Auftrag von zukunftswege.at und der Stadt Salzburg durchgeführt, um praxisnahe und umsetzbare Vorschläge zur Umsetzung der Ziele des Salzburger Mobilitätsplans 2040 zu erhalten. Die prämierten Ideen umfassen unter anderem sichere Schulwege, verbesserte Busverbindungen sowie die Begrünung von Wohnstraßen und sollen in den Maßnahmenkatalog der Stadt einfließen.
Bürgerbeteiligung als Schlüssel zur nachhaltigen Mobilität
Nachhaltige Mobilität ist essenziell für Klimaschutz, Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe. Der Wettbewerb verdeutlichte, dass viele Salzburgerinnen und Salzburger konkrete Vorstellungen haben, wie Mobilität sicherer, umweltfreundlicher und alltagstauglicher gestaltet werden kann. Die Einreichungsphase fand vom 1. März bis 30. April 2026 online auf der IdeaSpace-Plattform statt, begleitet von vier Workshops in verschiedenen Stadtteilen.
Ausgezeichnet wurden Ideen wie begrünte Wohnstraßen, ein intuitives Leitsystem für das Radhauptnetz, beschleunigte Busverbindungen durch eigene Busspuren und Vorrangschaltungen, verkehrsberuhigte Quartiere, die Einrichtung einer Mobilitätsagentur, diversitätsorientierte Stadtplanung, autonome elektrische Micro-Shuttles, ein nachhaltiges Paketstationsnetz sowie die Umwandlung eines Parkplatzes am Salzach-Ufer in eine öffentliche Grünfläche. Zusätzlich wurden ein Communitypreis, ein Jugendpreis sowie ein „Out of the Box“-Preis vergeben.
Stadträtin Anna Schiester betont die hohe Beteiligung als Ausdruck des Interesses der Bevölkerung an der Mitgestaltung der Stadt und ihrer Mobilität. Michael Schwifcz, Projektleiter Mobilitätsplan 2040, hebt hervor, dass die Kombination aus Bürgerideen und Fachwissen zu einem fundierten Beschlussdokument führen wird, dessen vorläufiger Entwurf bis Herbst 2026 vorliegen soll. Christian Kainz, Projektleiter des Mobilitätslabors zukunftswege.at, sieht im Online-Beteiligungsformat eine wertvolle Ergänzung für künftige Planungsprozesse der Stadt.
Dr. Birgit Kolb, IdeaSpace-Managerin bei Salzburg Research, erläutert, dass digitale Beteiligung den Dialog zwischen Stadt und Bevölkerung effektiv unterstützt, indem sie den Austausch von Erfahrungen, Bedürfnissen und Lösungsvorschlägen ermöglicht. Dieses Wissen ist entscheidend, um strategische Mobilitätsziele in praktikable Maßnahmen umzusetzen.
Ausgewählte Gewinnerideen mit Mehrwert für Stadt und Gesellschaft
- Begrünte Wohnstraßen: Die „Gartenstraße Salzburg“ sieht vor, Wohnstraßen zu grünen Begegnungszonen mit entsiegelten Flächen, Bäumen und Sitzgelegenheiten umzugestalten, die von Fußgängern, Radfahrern und notwendigem Anliegerverkehr gleichberechtigt genutzt werden.
- Radhauptnetz: Ein durchgängiges Bodenmarkierungssystem mit farbigen Linien soll die Orientierung für Radfahrende verbessern und den Umstieg auf das Fahrrad attraktiver machen.
- Öffentlicher Verkehr: Das Konzept „BRT Light“ umfasst separate Busspuren, Vorrangschaltungen an Ampeln und optimierte Haltestellen zur Beschleunigung des Busverkehrs außerhalb des Stadtzentrums.
- Sichere Schulwege: Der Communitypreis wurde an Vorschläge für Begegnungszonen und Schulstraßen vor Schulen und Kindergärten vergeben, um Bringverkehr zu reduzieren und die Sicherheit für Kinder zu erhöhen.
- Jugendprojekt: „Salzburg Mobility Pods“ fördert gemeinschaftlich organisierte Geh- und Radgruppen, um nachhaltige Mobilitätsgewohnheiten früh zu etablieren und den Elterntaxi-Verkehr zu verringern.
Vom Ideenwettbewerb zum Maßnahmenkatalog
Die ausgezeichneten Vorschläge verdeutlichen, dass die Mobilitätswende nicht nur technische Aspekte umfasst, sondern auch Infrastruktur, Bewusstseinsbildung, soziale Teilhabe und Klimaanpassung berücksichtigt. Beispiele hierfür sind diversitätsorientierte Stadtplanung mit sicheren Wegen und längeren Grünphasen, nachhaltige Paketstationen zur Reduktion des Lieferverkehrs sowie autonome elektrische Micro-Shuttles zur Ergänzung des öffentlichen Verkehrs.
Die Stadt Salzburg wird die Gewinnerideen fachlich prüfen und in den Entwurf des Maßnahmenkatalogs zum Mobilitätsplan 2040 integrieren. Die offizielle Auszeichnung der Gewinner erfolgt am Salzburger Mobilitätstag am 17. September 2026.
Hintergrundinformationen
Der Wettbewerb wurde von der Stadt Salzburg und zukunftswege.at über die Plattform IdeaSpace durchgeführt, die von der Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH betrieben wird. Ziel war es, konkrete und umsetzbare Vorschläge aus der Bevölkerung zur Unterstützung der Ziele des Mobilitätsplans 2040 zu sammeln.
Ausgewählte Gewinnerideen im Überblick
- Zu Fuß unterwegs: „Gartenstraße Salzburg“ – Begrünte Wohnstraßen als Begegnungsräume (Mathias Stadler)
- Radfahren: Strategische Weiterentwicklung des Radhauptliniennetzes durch Bodenmarkierungen (Larbi Meskine Rodriguez)
- Bessere Öffis: „BRT Light“ mit Busspuren und Vorrangschaltungen (N. Leitner)
- Motorisierter Verkehr: „Zufahrt Ja, Durchfahrt Nein“ – Reduktion des Durchgangsverkehrs (Erik Schnaitl)
- Mitmachen & Bewusstsein: Mobilitätsagentur Salzburg zur Bündelung von Projekten und Beratung (Erik Schnaitl)
- Mobil für alle Generationen: Gendergerechte Stadtplanung mit Fokus auf Sicherheit und Zugänglichkeit (Katha He)
- Saubere Antriebe & Technologien: Autonome elektrische Micro-Shuttles für die „letzte Meile“ (Leo Fellinger)
- Nachhaltige Lieferungen & Logistik: Solarbetriebene Paketstationen zur Reduktion des Lieferverkehrs (Stefan Ritzinger)
- Unterwegs als Gast: Umwandlung eines Parkplatzes am Salzach-Ufer in eine Grünfläche (Paul Wolfgruber)
- Bestes Jugendprojekt: „Salzburg Mobility Pods“ – organisierte Geh- und Radgruppen für den Schulweg (Anita Angi)
- Communitygewinner: Begegnungszonen und Schulstraßen vor Bildungseinrichtungen (Erik Schnaitl)
Eine ausführliche Übersicht der Gewinnerideen steht zum Download bereit: https://www.salzburgresearch.at/presseaussendung/ueber-400-ideen-fuer-salzburgs-mobilitaetszukunft-gewinnerideen-stehen-fest/
Bewertungskriterien und Jury
Die Auswahl der Gewinner erfolgte in einem zweistufigen Verfahren durch die IdeaSpace-Community und eine 14-köpfige Fachjury. Bewertet wurden insbesondere:
- Ideennutzen (40 %): Beitrag zur Erreichung der sektoralen Ziele
- Umsetzbarkeit (30 %): Rechtliche, technische und finanzielle Realisierbarkeit
- Innovationsgrad (20 %): Neue Ansätze oder Kombinationen bestehender Lösungen
- Nachhaltigkeit/ökologische Wirkung (5 %)
- Soziale Wirkung und Inklusion (5 %): Berücksichtigung unterschiedlicher Bedürfnisse und Zugänglichkeit
Die Fachjury setzte sich aus Expertinnen und Experten verschiedener Organisationen und Fachbereiche zusammen, darunter Vertreterinnen und Vertreter von Stadt und Land Salzburg, Mobilitätsinitiativen sowie Verkehrsplanung.
Alle eingereichten Ideen sind auf der Plattform IdeaSpace einsehbar (Anmeldung erforderlich): https://my.ideaspace.cc
Kontakt für wissenschaftliche Rückfragen
- Michael Schwifcz, MSc
Projektleiter Mobilitätsplan 2040, Stadt Salzburg, Amt für Stadtplanung und Verkehr
E-Mail: mobilitaetsplan2040@stadt-salzburg.at
Telefon: +43 662 80 72 2366 - Dr. Birgit Kolb, LLM.oec.
IdeaSpace Managerin, Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH
E-Mail: birgit.kolb@salzburgresearch.at
Telefon: +43 662 22 88 302




