Eisenmangel und Gebrechlichkeit im Alter hängen zusammen



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07.11.2023 12:06

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Plötzlich gesund

Fortschreitende Naturerkenntnis, ganz allgemein gesprochen, ‘Wissenschaft’, ist der stärkste Feind des medizinischen Wunders. Was unseren Vorfahren als Wunder erschien, was einfache Naturvölker heute noch in heftige Erregung versetzt, das berührt den zivilisierten Menschen längst nicht mehr.
Doch es gibt einen Gegensatz, der jedem Denkenden sofort auffällt: der unerhörte, durchaus nicht abgeschlossene Aufstieg der wissenschaftlichen Heilkunde und die ebenso unerhörte Zunahme der Laienbehandlung und der Kurpfuscherei. Man schätzt die Zahl der Menschen, die der Schulmedizin kein Vertrauen schenken, auf immerhin 50 Prozent.
Wie kann es sein, daß Laienbehandler und Kurpfuscher immer wieder spektakuläre Erfolge aufweisen, von denen die Sensationspresse berichtet?
Der Autor geht dieser Frage nach und kommt zu interessanten Erkenntnissen, aus denen er Vorschläge für eine bessere Krankenbehandlung durch seine ärztlichen Standesgenossen ableitet.

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Eisenmangel und Gebrechlichkeit im Alter hängen zusammen

Dr. Dr. Miroslava Valentova, Oberärztin in der Klinik für Geriatrie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), ausgezeichnet mit dem Preis zur Förderung der interdisziplinären Altersforschung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert.

(umg) Dr. Dr. Miroslava Valentova, Oberärztin in der Klinik für Geriatrie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), hat den mit 2.000 Euro dotierten Preis zur Förderung der interdisziplinären Altersforschung von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) erhalten. Dr. Dr. Valentova nahm den Preis in ihrer Funktion als Koordinatorin der kardiologisch-geriatrischen Studie „Eisenmangel ist ein unabhängiger Prädiktor für Gebrechlichkeit bei Patient*innen mit Herzinsuffizienz” in Empfang. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen und aus dem Vermögen des früheren Dachverbandes der Gerontologischen und Geriatrischen Wissenschaftlichen Gesellschaften Deutschlands (DVGG) gestiftet.

Mit der Alterung der Gesellschaft hat das Konzept der Gebrechlichkeit, auch Frailty genannt, in den vergangenen Jahren viel Aufmerksamkeit erhalten. Nicht nur in der Geriatrie, sondern auch in anderen Disziplinen wie der Kardiologie. Einer von vielen möglichen Therapiebausteinen bei der Frailty ist die Behandlung von Eisenmangel. „In der Kardiologie ist Eisenmangel ein etabliertes Thema. Jede*r Patient*in mit Herzschwäche sollte auf einen Eisenmangel hin untersucht werden. Ob auch Patient*innen mit Frailty zusätzlich davon profitieren, wurde bisher allerdings nicht untersucht, deswegen haben wir diese Studie durchgeführt“, sagt Dr. Dr. Valentova.

Die Studie untersuchte erstmals den Zusammenhang zwischen Eisenmangel und der Gebrechlichkeit bei Menschen mit Herzschwäche. Das interdisziplinäre Team bestehend aus Forscher*innen der UMG und der Charité – Universitätsmedizin Berlin konnte in der Studie nachweisen, dass Eisenmangel mit Frailty bei der untersuchten Zielgruppe eng vergesellschaftet ist. Einbezogen wurden dafür rund 200 ambulante Patient*innen mit Herzinsuffizienz an der Charité. Die Forschenden stellten fest, dass 20 Prozent dieser Menschen eine Gebrechlichkeit aufwiesen – für eine Gruppe mit dem Durchschnittsalter von 69 Jahren eine relativ hohe Häufigkeit. Weiterhin kam heraus, dass die Teilnehmenden mit einer Gebrechlichkeit viel häufiger Eisenmangel aufwiesen, 66 Prozent, als Teilnehmende ohne Gebrechlichkeit, 43 Prozent. Zusammengefasst ließ sich ein starker Zusammenhang zwischen Eisenmangel und Gebrechlichkeit bei Patient*innen mit Herzschwäche darstellen.

„Wir wissen aktuell noch nicht, ob Patient*innen mit Herzinsuffizienz und Gebrechlichkeit von einer Behandlung eines Eisenmangels wirklich profitieren. Es ist aber stark anzunehmen, weil viele Daten zur Eisengabe bei Herzschwäche zeigen, dass die Behandlung von Eisenmangel etwa zu besserer Leistungsfähigkeit und Lebensqualität führt. Das gilt es nun in weiteren Studien zu validieren“, so Valentova.

„Ich gratuliere Miroslava Valentova ganz herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung und wünsche ihr für die weitere Forschungsarbeit viel Erfolg. Das Ziel ist, dass unsere Patient*innen im Herzzentrum von der interdisziplinären Forschung profitieren“, sagt Prof. Dr. Christine von Arnim, Direktorin der Klinik für Geriatrie der UMG.


Bilder

Dr. Dr. Miroslava Valentova, Oberärztin in der Klinik für Geriatrie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) bei der Preisverleihung anlässlich des Geriatrie Kongresses 2023.

Dr. Dr. Miroslava Valentova, Oberärztin in der Klinik für Geriatrie der Universitätsmedizin Göttinge

Torben Brinkema


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Biologie, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch


 

Quelle: IDW