Deutsche Herzstiftung vergibt erstmalig Wissenschaftspreis der Josef-Freitag-Stiftung



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14.07.2022 13:06

Deutsche Herzstiftung vergibt erstmalig Wissenschaftspreis der Josef-Freitag-Stiftung

Forschungsvorhaben zum Einfluss von kardiovaskulären Nebenwirkungen von Krebstherapien und zur familiären Hypercholesterinämie ausgezeichnet

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Plötzlich gesund

Fortschreitende Naturerkenntnis, ganz allgemein gesprochen, ‘Wissenschaft’, ist der stärkste Feind des medizinischen Wunders. Was unseren Vorfahren als Wunder erschien, was einfache Naturvölker heute noch in heftige Erregung versetzt, das berührt den zivilisierten Menschen längst nicht mehr.
Doch es gibt einen Gegensatz, der jedem Denkenden sofort auffällt: der unerhörte, durchaus nicht abgeschlossene Aufstieg der wissenschaftlichen Heilkunde und die ebenso unerhörte Zunahme der Laienbehandlung und der Kurpfuscherei. Man schätzt die Zahl der Menschen, die der Schulmedizin kein Vertrauen schenken, auf immerhin 50 Prozent.
Wie kann es sein, daß Laienbehandler und Kurpfuscher immer wieder spektakuläre Erfolge aufweisen, von denen die Sensationspresse berichtet?
Der Autor geht dieser Frage nach und kommt zu interessanten Erkenntnissen, aus denen er Vorschläge für eine bessere Krankenbehandlung durch seine ärztlichen Standesgenossen ableitet.

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Die Deutsche Herzstiftung hat gemeinsam mit dem DGK-Zentrum für Kardiologische Versorgungsforschung (DGK-ZfkVF) erstmalig den Wissenschaftspreis der Josef-Freitag-Stiftung (Dotation 10.000 Euro) verliehen. Das Gutachtergremium bewertete zwei der eingereichten Arbeiten gleichrangig hoch und entschied den Preis zu teilen. „Wir freuen uns sehr, dass die Josef-Freitag-Stiftung einen dauerhaften Wissenschaftspreis zur Förderung der Herz-Kreislaufforschung in Verbindung mit der Deutschen Herzstiftung auslobt und Herzpatienten von den Forschungsergebnissen dieser Förderung profitieren werden“, betonte Professor Dr. Armin Welz, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung anlässlich der erstmaligen Preisverleihung an die beiden Preisträger aus Heidelberg und Leipzig.
Dr. med. Daniel Finke von der Medizinischen Klinik III, Abteilung für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg erhielt den Preis für seine Arbeit „Coronary heart disease, left ventricular function and cardiac biomarkers determine all-cause mortality in cancer patients – a monocenter cohort study”.
Dr. med. Julius Katzmann von der Klinik und Poliklinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig wurde für seine Arbeit „Cutaneous manifestations in familial hypercholesterolaemia“ ausgezeichnet.

Durch neue Therapiemöglichkeiten in der Behandlung von Krebs hat sich das Überleben von Krebspatienten in den letzten Jahren deutlich verbessert. Kardiovaskuläre Nebenwirkungen der Therapien, aber auch direkte Wechselwirkungen von Krebs und Herz haben dadurch an Bedeutung gewonnen. Dr. Finke untersuchte den Einfluss einer kardiovaskulären Erkrankung auf das Überleben von Krebspatienten. Die Arbeit konnte aufzeigen, dass eine reduzierte linksventrikuläre Pumpfunktion sowie erhöhte Biomarker neben Diabetes mellitus als unabhängige Faktoren für die Sterberate bei Krebspatienten identifiziert wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Krebspatienten auch aus kardiologischer Sicht als Hochrisikopatienten gelten müssen, und von einer intensivierten kardiologischen Versorgung profitieren könnten.

Dr. Katzmann befasste sich mit der familiären Hypercholesterinämie (FH). Bei der FH handelt es sich um eine angeborene Fettstoffwechselstörung. Die FH ist eine häufige und unterdiagnostizierte Erkrankung, die mit einem deutlich erhöhten kardiovaskulären Risiko einhergeht. Die Diagnose beruht auf klinischen Scores wie dem „Dutch Lipid Clinic Network“-Score oder den „Simon Broome Register“-Kriterien. Die genannten Diagnose-Scores beinhalten zwei spezifische Veränderungen der Haut, die auf eine FH hindeuten können. Diese Hautmanifestationen werden in den Scores zur Diagnose der FH hoch gewichtet. Dagegen findet man sie in der klinischen Versorgung eher selten. Die vorliegende Arbeit belegt die niedrige Häufigkeit der Hautmanifestationen in einer aktuellen, deutschlandweiten Kohorte von Patienten mit klinischer Diagnose FH. Zwar gehen die Hautmanifestationen mit einer hohen Spezifität für die Erkrankung einher, die Herausforderung besteht jedoch hauptsächlich darin, geeignete Screening-Programme zu etablieren, um den relevanten Anteil nicht diagnostizierter Patienten zu verringern und damit eine echte Primärprävention der Atherosklerose zu ermöglichen. Die gegenwärtig empfohlenen Diagnose-Scores erscheinen dafür eher ungeeignet.

Über den Preis
Die Josef-Freitag-Stiftung förderte bereits in der Vergangenheit einzelne Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Herz-Kreislaufforschung. Über diese Projektförderung hinaus ist der Wunsch entstanden, einen dauerhaften Wissenschaftspreis im Bereich der Herz-Kreislaufforschung zu vergeben. Die Josef-Freitag-Stiftung hat sich dazu entschlossen, diesen Preis gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung und dem DGK-Zentrum für Kardiologische Versorgungsforschung (DGK-ZfkVF) auszuschreiben.

Foto (v.l.n.r.): Professor Dr. Armin Welz, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Stiftung für Herzforschung, Dr. Daniel Finke, Dr. Tina Stegmann (in Vertretung von Dr. Julius Katzmann), Josef Glaen, Vorsitzender der Josef-Freitag-Stiftung

Bildnachweis: Deutsche Herzstiftung/Thomas Hauss.

Fotomaterial erhalten Sie unter presse@herzstiftung.de/Tel. unter 069 955128-114

Herz-Kreislauf-Forschung nah am Patienten
Dank der finanziellen Unterstützung durch Stifterinnen und Stifter, Spender und Erblasser kann die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der von ihr 1988 gegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) Forschungsprojekte in einer für die Herz-Kreislauf-Forschung unverzichtbaren Größenordnung finanzieren. Infos zur Forschung unter http://www.herzstiftung.de/herzstiftung-und-forschung

Kontakt
Deutsche Herzstiftung, Pressestelle: Michael Wichert (Ltg.) / Pierre König, Tel. 069 955128-114/-140, E-Mail: presse@herzstiftung.de, www.herzstiftung.de


Weitere Informationen:

http://www.herzstiftung.de
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Anhang

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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch


Quelle: IDW