Mit chemischen Verbindungen zu neuen Krebstherapie-Formen: Neuartiger umweltschonender Ansatz zur Peptidmodifizierung



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15.03.2021 10:09

Mit chemischen Verbindungen zu neuen Krebstherapie-Formen: Neuartiger umweltschonender Ansatz zur Peptidmodifizierung

Die Möglichkeit, zwei Peptide miteinander zu verknüpfen, ist eine besonders effiziente Methode zur Synthese multifunktionaler Biomoleküle. Konventionell wird dies bislang durch mehrstufige Verfahren der Peptidherstellung erreicht, was jedoch sehr zeit- und ressourcenintensiv ist. Forscherinnen und Forscher der Universität und der Universitätsmedizin Göttingen haben nun einen ressourcenschonenden Ansatz entwickelt, der Zugang zu Molekülen mit neuen biologischen Aktivitäten gegen Krebszelllinien ermöglicht. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Science Advances erschienen.

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Plötzlich gesund

Fortschreitende Naturerkenntnis, ganz allgemein gesprochen, ‘Wissenschaft’, ist der stärkste Feind des medizinischen Wunders. Was unseren Vorfahren als Wunder erschien, was einfache Naturvölker heute noch in heftige Erregung versetzt, das berührt den zivilisierten Menschen längst nicht mehr.
Doch es gibt einen Gegensatz, der jedem Denkenden sofort auffällt: der unerhörte, durchaus nicht abgeschlossene Aufstieg der wissenschaftlichen Heilkunde und die ebenso unerhörte Zunahme der Laienbehandlung und der Kurpfuscherei. Man schätzt die Zahl der Menschen, die der Schulmedizin kein Vertrauen schenken, auf immerhin 50 Prozent.
Wie kann es sein, daß Laienbehandler und Kurpfuscher immer wieder spektakuläre Erfolge aufweisen, von denen die Sensationspresse berichtet?
Der Autor geht dieser Frage nach und kommt zu interessanten Erkenntnissen, aus denen er Vorschläge für eine bessere Krankenbehandlung durch seine ärztlichen Standesgenossen ableitet.

Hier geht es weiter …

(pug) Das Team um Prof. Dr. Lutz Ackermann von der Fakultät für Chemie der Universität Göttingen nutzte dafür eine experimentelle Methode, um verschiedene Biomoleküle, wie Zucker und Terpene, mit Peptiden zu verbinden. Dabei wird eine reaktionsträge Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindung ausgenutzt, die in der Aminosäure Tryptophan natürlich vorkommt. Der Schlüssel zum Erfolg war ein robuster Mangankomplex als Katalysator, der die Geschwindigkeit der chemischen Reaktion beschleunigt. Um das Potenzial der Methode vollends auszuschöpfen, legte das Team einen besonderen Schwerpunkt auf die Herstellung von zyklischen, also ringförmigen Peptiden. Diese sind stabiler gegenüber einem enzymatischen Abbau und aufgrund ihrer starren 3-D-Struktur herausragende Leitmotive für die Medikamentenentwicklung.

„Das Projekt vereint die unterschiedlichen Expertisen der Teammitglieder aus Deutschland, Griechenland, Litauen, China und Brasilien sowie das Potenzial der Kombination von chemischen und biomedizinischen Studien, die zu Verbindungen mit besonderen Antikrebsaktivitäten führten“, sagt Ackermann. „Darüber hinaus hat die Zusammenarbeit zwischen unserer und der Gruppe um PD Dr. Dr. Lena-Christin Conradi an der Universitätsmedizin Göttingen dafür gesorgt, dass unsere Erkenntnisse weit über die Chemie hinaus genutzt werden können. Durch die neue umweltfreundliche Methode konnten wir die klinisch relevanten biologischen Aktivitäten gegen Krebszellen aufdecken.“


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. Lutz Ackermann
Georg-August-Universität Göttingen
Institut für Organische und Biomolekulare Chemie
Tammannstrasse 2, 37077 Göttingen
Telefon: 0551 3933202
Lutz.Ackermann@chemie.uni-goettingen.de


Originalpublikation:

N. Kaplaneris, F. Kaltenhӓuser, G. Sirvinskaite, S. Fan, T. De Oliveira, L.-C. Conradi, L. Ackermann, “Late-Stage Stitching Enabled by Manganese-Catalyzed C–H Activation: Peptide Ligation and Access to Cyclopeptides” Sci. Adv. 2021, 9, eabe6202. https://advances.sciencemag.org/content/7/9/eabe6202/tab-article-info


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Chemie, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch


Quelle: IDW